März 2005

Bilder im Spiegel

Meine Tochter (9 Monate) freut sich unbändig, wenn sie mich im Spiegel entdeckt. Dann lacht sie mein Spiegelbild an, gluckst herum, schäkert mit der Spiegelmama... egal ob ich sie dabei auf dem Arm habe oder zwei Meter hinter ihr stehe. Mama ist zwar immer toll, aber die Spiegelmama scheint irgendwie nochmal etwas ganz Besonderes für sie zu sein. Aber irgendwann mal werde ich wieder hinter ihr stehen und ihr Spiegelbild anlachen... und sie wird zurücklachen, sich zu mir umdrehen und strahlen wie Honigkuchenpferd. Und ich werde mich freuen, daß sie offensichtlich wieder was gelernt hat.

stehende Räder

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Es scheint eine Menge Leute zu geben, die einfach nicht wissen, wo sie hinwollen. Das ist ein bißchen wie ein Rad, das nicht rollt und nur in der Gegend rumsteht. Wenn man das so betrachtet – mitten in der Landschaft steht also dieses Rad und rollt nicht –, dann kann man natürlich sagen, „das ist Kunst und gehört so“, oder „das rollt schon noch“, „das war schon immer so“ oder „ist mir doch egal“. Man könnte aber auch sagen „wer braucht sowas?!“ und dem Rad einen Tritt geben, auf daß es losrolle. Manche Räder fallen dabei allerdings auch um.

Milch

Vor der Geburt meiner Tochter war Milch für mich halt einfach Milch, und zwar Kuhmilch. Seit ich stille (sind bald neun Monate), ist Milch für mich MILCH, und zwar meine Milch. Wenn ich jetzt von Milch rede, meine ich in allererster Linie menschliche Milch (außer beim Kochen), und ich finde es seltsam, daß Milch normalerweise Kuhmilch sein soll. Im nächsten Schritt komme ich nicht umhin zu denken, daß es auch sehr seltsam ist, daß eine Säugetierart sich von der Milch ernährt, die für die Nachkommen einer ganz anderen Säugetierart gedacht ist.

Diskussion

Diskussionen finde ich tendenziell schwierig und neige ein wenig dazu, sie zu vermeiden. Das hat verschiedene Gründe. Zum einen bin ich eher harmoniesüchtig und lege Wert auf grundlegendes Einvernehmen zwischen mir und dem Rest der Welt. Daher ist eine Diskussion immer eine feine Sache, wenn ich mich mit meinem Gegenüber auch dann gut verstehe, wenn wir sehr verschiedener Meinung sind, und das Ganze auf einem interessierten, respektvollen Niveau bleibt.

Zickenterror

Gelegentlich ertappe ich mich selbst bei dem unwillkürlichen Ausspruch „Frauen sind komisch“. Mir ist natürlich klar, daß die Gesamtheit der Frauen nicht nur mich selbst, sondern auch noch eine Menge anderer Frauen mit einschließt, von denen ich nichts weiß und über die ich daher auch keinerlei Aussage treffen kann. Ich meine also mehr oder weniger die Frauen, die mir im Alltag so begegnen (und das ist schon ziemlich schwammig).