bildende Bücher

Als Kind habe ich alles gelesen, was mir in die Finger kam, und auch alles, woran ich nur so vorbeilief. Tatsächlich habe ich so viel gelesen, dass ich heute einen beachtlichen Teil davon vergessen habe (Hanni und Nanni? Worum ging's da doch gleich?). Das legte sich aber irgendwann und heute muss ich mir extra Lesezeiten in meinem Stundenplan schaffen, um überhaupt noch zum Lesen zu kommen – dafür sauge ich sie dann richtig in mich auf und beweise gelegentlich ein erstaunliches Gedächtnis für wortgetreue Details. Gleichzeitig entdecke ich gerade schon allein durch die Referenzlisten eine größere Menge weiterer Bücher, die ich wirklich gerne lesen möchte (und Tauschticket tut ein Übriges), und so sammelt sich doch einiges.

Um die Liste nicht unnötig lang zu machen, stehen hier natürlich nur Bücher, die in irgendeiner Form wichtig sind für mich, mein Weltbild und/oder meine Alltagsgestaltung (also Thema Alternativen). Sonst müsste ich mehrere Seiten über die Harry Potter-Bände schreiben. Und davon gibt's im Netz ja nun wirklich schon genug. ;-)

Ach ja: die meisten Bücher sind mit einem Link zur Amazon-Beschreibung versehen, nicht weil ich Schleichwerbung betreiben will, sondern weil ich die Leserkommentare dort bisweilen ganz aufschlussreich finde.

Dorothea Brandt und Lars Hendrickson: Zahngesund

Das Schlimmste vorweg: Es ist wirklich ein eher polemisch geschriebenes Buch. Im Ton schwingt so eine beständige unterschwellige Empörung mit, was sich nicht gut mit der sachlichen Präsentation von Fakten verträgt. Allerdings sollte man immer im Kopf behalten, dass auch Leute, die sich mit der Darstellung ihrer Erkenntnisse irgendwie verlupfen, durchaus recht haben und kluge Entdeckungen machen können. Und: Wenn ich mir die präsentierten Fakten so anschaue, kann ich diese mitschwingende Empörung sehr gut nachvollziehen.

Thorn Coyle: Evolutionary Witchcraft

Tja, das Buch wurde mir auf dem Feencamp so heiß empfohlen, und überdies lese ich Thorns Musings sehr gerne, und so ließ ich mich schnell überreden, dieses Buch käuflich zu erwerben. Hab ich auch noch keinen Moment bereut. Thorn Coyles Schreibstil finde ich überragend klar, fokussiert, sie trifft immer genau den Kern der Sache. Und was mich wirklich begeistert, ist wie ich allein vom Lesen dieses Buches viel disziplinierter werde...

Tom Hodgkinson: How to be free

Hab erst ein Kapitel gelesen, ist aber eins von den Büchern, die wirklich einfach „nur” aussprechen, was ich schon lange weiß und mehr oder weniger vage formuliert in mir trage. Ich liebe es. Es tut so gut, von anderen klar ausgesprochen zu hören, was ich als tiefe und große Wahrheit empfinde. Ist sein Geld absolut wert!

dieses Buch auf Amazon finden

Adele Faber, Elaine Mazlish: How to talk so kids will listen & listen so kids will talk

Ich halte ja nichts von Erziehungsratgebern, hauptsächlich weil ich nichts von der Idee halte, Kinder zu erziehen. Insofern habe ich eine Weile gezweifelt, ob ich mir dieses Buch kaufen soll. Jetzt nach der Lektüre finde ich, das war eine der besten Investitionen meines Lebens :-) und ich möchte es allen Leuten warm ans Herz legen, egal ob sie Kinder haben oder nicht. Denn es ist eben kein Erziehungsratgeber, sondern ein Buch über zwischenmenschliche Kommunikation.

Mihaly Csikszentmihalyi: Flow

“An inspiring, worthwhile read.” Ja, wirklich. Das trifft es ziemlich genau in einem Satz. Ich würde sagen, es ist eins von den ganz Großen. Dieses Buch hat das Potential, wirklich jeden Menschen irgendwo, irgendwie weiterzubringen. Ich hab es gerade erst durchgelesen und finde plötzlich schon viel mehr Sinn und Zweck in den alltäglichsten Dingen, die ich tue. Es ist schwierig zu erklären... auf einmal finden sich Verbindungen zwischen allen Dingen, die ich tue. Auf einmal sind da Muster, die Sinn machen.

T. McKenna, R. Sheldrake, R. Abraham: Chaos, Creativity, and Cosmic Consciousness

Also, das ist ein echtes Erleuchtungsbuch. Ich kriege Knoten ins Hirn, wenn ich versuche, das alles mit dem Kopf zu verstehen – oder auch nur die Hälfte –, aber es wirkt quasi ganzheitlich auf mich, und löst irgendwo in mir drin ein ziemliches Feuerwerk aus. Und den Wunsch, noch eine Menge mehr Sheldrake-Bücher zu lesen. Dauert sicher noch, bis ich durch bin, aber hier mal meine momentane Lieblingsstelle:

J. Kennedy, M. Smith, C. Wanek (Hrsg.): The Art of Natural Building

Die Bibel des alternativen Hausbaus! Alles fing bei mir an, als ich über Simon Dales Homepage stolperte und mir sein low impact house anschaute. Seitdem bin ich mit dem Erdhäuschen-Virus infiziert, und er breitet sich unaufhaltsam aus. Dieses Buch gab mir vollends den Rest: nach drei Kapiteln war mir klar, dass ich in einem „normalen” Haus nie wirklich glücklich sein können werde.

Ingrid Bauer: Es geht auch ohne Windeln

Als Lara etwa sechs Monate alt war, stolperte ich über den Artikel „Kommunikation statt voller Windeln”. Das Konzept leuchtete mir gleich ein, allerdings war mir klar, dass die damaligen Umstände ein sofortiges Umsetzen eher unmöglich machten. Für das nächste Baby hatte ich’s mir allerdings fest vorgenommen, und so bestellte ich mir irgendwann im letzten Schwangerschaftsdrittel dieses Buch, las es ratzfatz durch, und beschäftige mich nun ausgiebig mit Peles Ausscheidungsvorgängen.

Masanobu Fukuoka: The One-straw Revolution: Introduction to Natural Farming

Eine Empfehlung vom typischen Freund eines Freundes, dessen Interesse an Permakultur mich eher überrascht hat. Heute versteh ich gar nicht wieso eigentlich %-) Ja... ich hab's im März ungefähr ratzfatz durchgelesen, und es ist mit Anlass oder Auslöser für meine Sinnkrise, was allerdings in meinen Augen durchaus für das Buch spricht.

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