Alleinerziehende, tut euch zusammen!

Es gibt eine sehr typische Alleinerziehendenkrankheit, die heißt „ich muss alles alleine schaffen”. Nur niemanden um Hilfe bitten müssen. Ich kenn das von mir selbst sehr gut, und ich hab's mehr als einmal an anderen beobachtet. So auch wieder vorgestern im Kindi.

Ich war fast die letzte beim Abholen und wir hatten uns gerade gefragt, wo wohl die allerletzte Mutter bleiben mag, als diese sichtlich fertig zur Tür reinwankte. Als ich sie darauf ansprach, wie's ihr ginge und dass sie nicht so wirklich fit aussähe, meinte sie, ach, ich hatte 'nen Hexenschuss und kann grade erst wieder laufen, und jetzt hab ich Fieber und Kopfweh und...

... und brach in Tränen aus. Klappte in meinen Armen richtig zusammen und konnte sichtlich nicht mehr weiter. Mann! Und bekam keine ungefragte Unterstützung von außen, was letzten Endes genau das Unterscheidungsmerkmal für Alleinerziehende ist, und mochte nicht drum bitten, weil ihr niemand „nah genug” stand. Hmmmm.

Erinnerte mich dann schwer an die Sache mit meiner Lungenentzündung – ich war die letzten paar Wochen davor schon mehrfach krank gewesen, sogar eher heftig (was bei mir höchst selten vorkommt), und war wirklich am Ende meiner Kräfte. Aber ich hab's nicht mal so richtig bemerkt! Ich tat, was ich immer tat, was nunmal „getan werden musste”, guckte nach den Kids und nach dem Essen und versuchte diese verrückte Baustelle hier in den Griff zu bekommen... da kam einer meiner Mitbewohner um die Ecke, sah mich, sagte „du siehst aus wie eine Leiche, leg Dich ins Bett”, packte mich an den Schultern und steuerte mich zu demselben. Woraufhin ich wie tot umfiel und die nächste Woche flachlag, inklusive Krankenhaus, Infusion und was nicht allem.

Und meine Mama, die sich dann sehr plötzlich mit zwei Kindern an der Backe (sie ist berufstätig) wiederfand, sagte später zu mir, hättest du doch was gesagt, dass es dir so schlecht geht! Jaja, hätte ich. Ich hab's wirklich schon selber nicht mehr wahrgenommen. Nicht auf mich geachtet. Erwartet, dass ich immer funktioniere, weil ich immer funktionieren muss.

Immerhin: ich hab was draus gelernt. Seitdem geh ich kiesern, esse gut, viel und regelmäßig, und halse meine Kinder den Omas auf, wenn ich zwei Tage Pause brauche. Die brauche ich manchmal einfach, Punkt aus fertig.

Jedenfalls: Wieder einmal bringt es mich zu der Überlegung, dass Alleinerziehende grundsätzlich mit anderen Alleinerziehenden zusammenleben sollten. Solidarität unter Alleinerziehenden, was würde das für einen Unterschied machen! Aber hey, Solidarität kenne ich fast nur als herumgeworfenes Schlagwort „linker Kreise”. Schade.