Die Sache mit der Ordnung

Ich hab gerade etwas begriffen, was ich unbedingt für spätere Zeiten festhalten möchte. Nicht in einem Erleuchtungsmoment, mehr als ein ganz lapidares „ach so ist der Zusammenhang“. Es ist nämlich so, dass ich ganz deutlich zu den „kreativen Chaoten“ gehöre, um den freundlichen Begriff zu verwenden. Man könnte schon auch sagen: Ich bin ziemlich schlampig (das finde ich aber eine ausgesprochen wenig hilfreiche Formulierung). Jedenfalls sieht es bei mir doch die meiste Zeit eher so aus, als hätte die sprichwörtliche Bombe eingeschlagen. Klar, zwei Kinder tun da ihr Übriges… aber die Grundproblematik kenne ich schon von klein auf.

Nun ist mir schon vor einiger Zeit klargeworden, dass da irgendwo was nicht stimmen kann. Ich war zum Beispiel schon immer fasziniert von schöner, sauberer Handschrift (und in der Schule berühmt für die meine), und wenn ich so in mich rein spüre, finde ich mich eher sehr aufgeräumt. Es fühlt sich richtig an für mich zu sagen, dass ich eigentlich ein ordentlicher Mensch bin. Ich schaffe es durchaus auch, aufgeräumte Webseiten zu produzieren. Ich bin daher schon lange zu dem Schluss gekommen, dass da irgendwas bei mir in krassem Ungleichgewicht steht – mir fehlt nur noch der Zugang, der Hebel, das richtige Werkzeug, oder vielleicht auch nur mehr funktionales Verständnis der Zusammenhänge.

Und da bin ich gerade diesen kleinen Schritt weitergekommen. Sicher hat eine fantastische Webentdeckung dazu beigetragen, nämlich das Magazin 5 von Design made in Germany. Thema: Ordnung. (Die gute alte synchronicity mal wieder: Da stolpere ich drüber, wenn ich am Tag zuvor eben in meiner Chaosbude überrascht worden bin und dafür hören darf, dass das bei Künstlernaturen ja nicht so ungewöhnlich sei... ui!) Vorsicht Glas 4 hat mir besonders gefallen. Und irgendwo hat’s klick gemacht, und ich habe dieses Eigentlich-Ordentlich mit einer anderen mir längst bekannten Eigenart von mir zusammengebracht: Ich bin nämlich auch der klassische Zerstreuter-Professor-Typ. Ich bin fast nie sowohl jetzt als auch hier, d.h. in der Regel mit dem Kopf ganz woanders. Wenn ich einmal kurz auftauche, sage ich in der Regel „oh große Göttin, wie sieht’s hier aus!“… und dann tauche ich wieder ab. In Gefilde, in denen definitiv Ordnung herrscht und in denen ich auch regelmäßig Ordnung schaffe.

Hmmm. Ergibt aber wirklich vollkommen Sinn bei mir, das trag ich nämlich auch schon seit Kindheitszeiten mit mir herum. Was fange ich nun an mit dem neugewonnenen Verständnis? Erstmal räum ich jetzt auf. :-)

– Gleich noch ein Nachtrag, hätt ich fast vergessen: Es zwickt mich sehr, dass diese Seiten hier immer noch so, hm, dröge aussehen. Ich bastele schon längst an einem schicken neuen Design, aber. Erstens hab ich noch den ganzen Mai viel, viel Arbeit, und zweitens lese ich gerade Unmengen hochgradig spannender Artikel zum Thema Typographie im Web, alte und neue Designprinzipien, HTML5, CSS3, viele andere neue Techniken und und und… und da würde ich natürlich gerne gleich ALLES in ein neues Design umsetzen! Das kann also noch ein wenig dauern. Trotzdem gefällt mir Bartik als Theme gar nicht, und ich denke, ich werde mich in einer stillen Minute daran machen, doch zuerst das alte Layout als Drupal-Theme umzusetzen. Sobald ich Zeit finde, versprochen.