Weiterentwicklung?

Neulich hab ich unten im Garten zwei von den Kita-Jungs zugesehen, die sich um ein Stöckchen gestritten haben. Der eine lief damit ziemlich ausdauernd davon, der andere in Tränen aufgelöst hinterher, „meeeeeiiiiiiiiiin Stock, meeeeiiiiin!”. Uch. Als Erwachsene ist man da schnell versucht, irgendwas Kluges zu sagen. Weil wir natürlich viel mehr Optionen sehen: Wir wären es sowieso schnell leid, ständig davonrennen zu müssen, nur um das Stöckchen behalten zu können, beziehungsweise wir hätten keine Lust, wegen einem popligen Stöckchen heulend jemandem hinterherzurennen. Aber, das hab ich in dem Moment ganz klar gesehen: wir sind keinen Deut besser.

Wir zanken uns nicht um Stöckchen, ja. Aber ist es nicht oft so, dass wir genauso verkrampft an irgendwas festhalten? An einem Job, an Geld, an einem Menschen beziehungsweise an unserem Beziehungsanspruch an denselben? Wie oft verzweifeln wir in einer Situation, die sich ganz leicht lösen ließe, wenn wir einen Moment Abstand nähmen und das Ganze mit fremden, gelassenen Augen betrachteten? In dem sicheren Wissen, dass all unser Streben, gleich was es ist, sowieso vergänglich und letzten Endes unendlich banal ist? Ziemlich oft, glaube ich.