Gerade habe ich meine Mam eine halbe Stunde telefongecoacht. Sie befindet sich, nicht zum ersten Mal, in einer potentiell und meiner Ansicht nach wahrscheinlich bald auch tatsächlich katastrophalen beruflichen Situation. Und bei allem Positiven, was ich über meine Mama sagen kann (und das ist ganz schön viel) – die geborene Widerstandskämpferin ist sie nicht.
Nun, ich erwarte nicht, dass auf einmal (oder überhaupt irgendwann) alle Frauen zu entschlossenen pro-feministischen Kämpferinnen werden. Ich finde es allerdings wichtig, dass frau sich bewusst für ihren Weg entscheidet. Vorher die Gabelung erkennt und die Möglichkeiten und Wahrscheinlichkeiten auslotet. Und wenn sie sich für ihren Weg entscheidet, dass sie sich Gedanken über den Fall der Fälle macht: Was könnte Garstiges passieren? Was, wenn all diese netten Menschen, oder auch nur zwei davon (was zum Beispiel bei insgesamt zwanzig ja nichtmal eine so schlechte Quote wäre), plötzlich und unerwartet gar nicht mehr nett, sondern ziemlich hintenrum und fies sind? Könnte ja sein. Wollen wir nicht hoffen, nicht mal annehmen. Aber die eigene innere Haltung entwickeln.
Was bin ich bereit hinzunehmen im Tausch gegen materielle Sicherheit, Bequemlichkeit, oder sogar um andere Leute nicht in Schwierigkeiten zu bringen? Was lasse ich mir absolut nicht gefallen? Wofür bin ich bereit zu kämpfen – wofür muss ich kämpfen? Wofür suche und schärfe ich meine Krallen? Wie garstig kann ich selber werden, wenn ich es für nötig befinde? Was kann ich wirklich gelassen hinnehmen? Und was sind meine Hintertüren?
Ich finde, man merkt, dass ich geraume Zeit bei Frau M. gewohnt habe. Die hat übrigens eine frisch aufgemöbelte Internetseite (jep, da hatte ich meine Finger im Spiel – bisschen Feintuning fehlt noch), wo es in mancher Hinsicht ganz ähnliche Texte wie diesen hier gibt.
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