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besser, viel besser
Ich habe gerade die Küche aufgeräumt. Bislang hatte ich, da ich hier sowieso nur noch bis Ende des Monats wohne, da keinerlei Ehrgeiz, irgendwas irgendwie sauberzuhalten. Hier stehen zwei Umzugskartons, Klamotten liegen wild verteilt zusammen mit Kinderbüchern und zerschnipselten Taschentüchern ("wo is die Schereeeee?") größtenteils auf dem Boden rum. So is. Kein Bock.
Aber gerade eben habe ich die Küche aufgeräumt. Alles abgespült (was nicht viel aber dringend nötig war), die Arbeitsplatte geputzt, Zeug in Schränke geräumt, auch wenn sich's kaum lohnt, den Müll rausgebracht, und den Boden gefegt. Wenn ich nicht nur Schaufel und Kehrwisch zur Verfügung hätte, würde ich beim Rest der Wohnung gleich weitermachen, und wischen wäre ebenfalls eine gute Idee. Ja, und in Anbetracht der fortgeschrittenen Stunde (fast Mitternacht) verschiebe ich die Waschmaschinenladung auch besser auf morgen.
Aber ich merke ganz deutlich: es geht mir besser. Viel besser. Es ist mir nicht mehr alles egal. Und vor allem habe ich wieder Energie, wieder Kapazität, für Dinge, die schon viel zu lange zu kurz kommen. Und das ist mal ein richtig gutes Gefühl. Wieder fast normal. Ich bin wieder da. Ich bin wieder ich. Ich bin Göttin.
Ach ja, mein erster Studientag war auch fein. Gleich in der allerersten Vorlesung erklärte uns der Prof den Ursprung des Lebens. Und sagt was ihr wollt – ich zumindest kann es kurz zusammenfassen in...
"... Die große Göttin tanzte mit den Sternen, sie liebte ihren eigenen Leib, und lachend gebar sie die Welt."
Da gibt's gar nix zu lachen. Der Prof hat's anders ausgedrückt, aber es kommt ziemlich genau auf das raus.
Ansonsten verdanke ich diesen Ansatz von Normalität zu mindestens 99 % den Leuten, die mich hier durch den Alltag bugsieren, sich um Lara kümmern, mich sanft aber bestimmt dazu drängen, endlich all diese fürchterlich wichtigen Formulare auszufüllen, und mich ganz allgemein ziemlich knapp an einem Psychiatriebesuch vorbeigeschoben haben. Ihr wisst, wer ihr seid, und bald knuddel ich euch alle in Grund und Boden. :-)
Einfach gehn gehn und immer weitergehn
Und das Leben mit neuen Augen sehn
Lerne man vertraun traun traun auf die Liebe baun
Mal nach hinten und dann wieder vorwärts schaun
Und weitergehn
Weitergehn
Einfach gehn gehn und immer mehr verstehn
Und das Leben mit neuen Augen sehn
Lerne man vertraun traun traun auf die Liebe bau'n
Mal nach innen mal nach außen schaun
Und weitergehn
Weitergehn
PS: Hey Mam, ich hab die Küche aufgeräumt. :-D
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