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Ernährung

Ein Thema, bei dem ich tatsächlich ein bißchen auf die Barrikaden gehen kann. Normalerweise diskutiere ich eher verhalten, weil ein großer Teil von mir immer die Relativität und Subjektivität aller Ansichten im Auge hat. Ich bemühe mich daher, aus den Ansichten anderer zu lernen und gut ist. Allerdings kann man im Rahmen menschlichen Zusammenlebens doch einige Dinge mit einer gewissen Sicherheit für "richtig" oder "falsch" erachten, und beim Thema Ernährung wird soviel Blödsinn erzählt und werden völlig veraltete Ansichten künstlich aufrechterhalten, daß es mich wütend macht.

Ich sage: Du bist, was du ißt, im wahrsten Sinne des Wortes. Dein ganzer Körper, jede Zelle, jede Faser deines biologischen Wesens stammt aus deiner Nahrung. Wer wird mir da widersprechen? Deine tägliche Nahrung ist die Grundlage deines ganzen Lebens, deines Lebendigseins. Diese simple Tatsache sollte eigentlich der täglichen Nahrungsaufnahme größte Bedeutung zukommen lassen, ich würde sogar fast soweit gehen, sie unter einer losen Begriffsdefinition als "heilig" einzustufen. Denn alle Aktion bleibt nutzlos, wenn die Grundlage nicht stimmt (das bewahrheitet sich auf jedem Gebiet menschlichen Lebens täglich aufs Neue), und die Grundlage menschlichen Lebens ist nunmal die Nahrung.

So betrachtet versetzt es mich immer wieder in frustriertes Erstaunen, daß dem Thema Ernährung in unserer Gesellschaft so wenig Beachtung geschenkt wird. Sicher, oberflächlich schon: "ich esse viel Salat und Gemüse, wegen den Vitaminen", "ich achte darauf, daß ich regelmäßig Milchprodukte zu mir nehme, wegen dem Eiweiß", "ich geh bloß ganz selten zu McDonald's". Aber wer weiß denn schon wirklich Bescheid? Wer liest nicht nur Artikel in Frauenzeitschriften? Wer hinterfragt all die Ratschläge und wissenschaftlichen Erkenntnisse, die die Schwester einer Bekannten so von sich gibt? Niemand. Und warum? Weil es viel bequemer ist, nur das zu glauben, was einem gefällt und in den eigenen Kram paßt. Sonst müßte man ja – also ganz konsequenterweise – vielleicht etwas ändern!

Der Mensch ist ein schreckliches Gewohnheitstier. Sag mal zu jemandem, "hey, deine Eßgewohnheiten werden dich in absehbarer Zeit sehr krank machen", und du wirst in den meisten Fällen auf eine sehr skeptisch-ablehnende Haltung treffen, ohne daß du irgendwas Genaueres dazu gesagt hast. Du wirst nicht so etwas hören wie, "Meinst du? Erklär mir das mal genau, damit ich selber abschätzen kann, ob das, was du sagst, Bedeutung für mich hat." Wenn sich nach eingehender eigener Prüfung das Ganze als unhaltbare Behauptung herausstellt, dann ist ja alles in bester Ordnung – wozu sich Sorgen machen? Wenn es sich aber als wahr herausstellen sollte, dann müßte die so angesprochene Person eigentlich dankbar für den Hinweis sein, weil sie nunmehr in der Lage ist, ihre Angewohnheiten zu ändern und so ihre Gesundheit zu bewahren. Will das nicht jeder? Gesund sein? Aber oh, hab ich da was von "Gewohnheiten ändern" gehört? Nein, das lieber nicht, sowieso ist mein Cholesterinspiegel erblich bedingt, da kann man nichts machen, sagt mein Hausarzt. Ich esse ja schon keine Eier mehr. Willst du mir etwa erzählen, daß du es besser weißt als die gesamte Ärzteschaft?

Körper, Geist & Seele | Wir alle?          Kommentare (0)          26. Februar 2005

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