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normal, anders oder anders anders?

Ich hatte schon ewig nicht mehr bei Thorn Coyle vorbeigeschaut, und gerade zog es mich mal wieder hin. Und wie jedes Mal finde ich in ihren Texten things of value, viel Klarheit, Ansichten mit deutlichem Bezug zu meinem eigenen Leben, und so viele hilfreiche Gedanken. Permanent genickt habe ich beim Lesen von Freaks come out, wo sie erzählt, wie sie schon immer "anders" war, schließlich einsah, dass daran eh nichts zu ändern war, und sich dafür entschied, so eben zu sein. Wie aus den Kommentaren hervorgeht, gibt es eine ganze Menge von Leuten, denen sie damit aus der Seele spricht, ich zähle mich ebenfalls dazu. Allerdings war es für mich eher so, dass nicht ich anders war als die anderen, sondern die anderen anders als ich.

Daher habe ich nie auch nur ausprobiert, mich anzupassen, ich bin einfach nicht auf die Idee gekommen. Das Verhalten anderer Leute war nie ein Maßstab für mein eigenes. Ich schiebe diese im Rückblick für mich bemerkenswerte Tatsache zum einen auf Ignoranz, vor allem als Kind, und später mehr auf eine gewisse Arroganz. Was ging mich der Rest der Welt an? Was interessierten mich Normen? Die gab es halt. Und? Ich rebellierte nicht dagegen und hielt mich an vieles, aber nicht weil es Norm war, sondern weil ich das in dem Moment für mich wollte. Andere Dinge kamen für mich nicht in Frage, auch wenn mich alle schräg ansahen.

Ich bin mir noch nicht sicher, inwiefern ich wirklich arrogant – "überheblich" – bin und inwiefern ich das selbst nicht gut finde, aber es hat mich definitiv vor einem gewissen Kindheitstrauma bewahrt, und daher kann ich es auf jeden Fall schonmal nicht ganz schlecht finden.

PS: Ein feines und durchaus passendes Zitat von Thorn findet sich in diesem Text: Strong people make better lovers.

Zwischenmenschliches | Wir alle?          Kommentare (0)          2. Februar 2007

Mama kann nicht gucken

Gestern waren wir, wie öfter donnerstags, im ElKiKo beim offenen Café. (Übrigens, um einwerfenderweise etwas Werbung zu machen, gibt es dort freitags von 15:30-17:30 Uhr einen englischsprachigen Treff mit ziemlich wenig Leuten, weil kaum jemand davon weiß.) Lara hat sich friedlich in die Ecke gesetzt und gemalt, so dass ich ein paar Chemieaufgaben rechnen konnte, und als es dann Zeit war zu gehen, flitzte sie ganz aufgeregt in die Malecke: "Mama, ich will des mitnehmen, des was ich gemalt hab!" Als teilnehmende Mutter hab ich dann natürlich geguckt (weißes A4-Blatt, nicht zu überfüllt bemalt, und fast so viel Bleistift wie lila Buntstift) und gefragt – "Na Mause, was hast Du denn da gemalt? Was ist denn das?" Und mein Kind guckt mich kurz an und dann wieder aufs Blatt und sagt "Ähmmmmm... so Striche! So graue und lilane!"

Ich verspreche, ich werde nicht wieder so dämliche Fragen stellen. %-)

Kinder          Kommentare (0)          9. Februar 2007

Luxustag

Für 'nen Montag hatte ich's heute echt luxuriös. Montage sind tendenziell ziemlich anstrengend, weil Lara am Wochenende zur Zeit immer woanders ist und dann dank völlig gestörtem Schlafrhythmus Sonntag abends erst spät bis sehr spät einschläft. Das heißt, ich muss sie Montag morgens nicht zu spät wecken und dann nach dem Kindi den ganzen Mittag über wachhalten, damit sie abends früh schläft und der Schlafrhythmus wieder einigermaßen stimmt. Wenn ich den Montag versiebe, ist erfahrungsgemäß die halbe Woche so gut wie gelaufen. Also Quengeltag.

Was es noch ein bisschen schlimmer macht: Montag mittags hat einfach alles zu. Das Café Nepomuk zum Beispiel und die Stadtbücherei, und das ElKiKo macht auch nix. Also wirklich nicht ganz einfach. Heute aber kriege ich um halb eins einen Anruf aus dem Kindergarten, Lara wolle ein anderes Kind besuchen. – Häh?! Ich hab kurz dumm geguckt, aber ich schätze, an Hin-und-Her-Besuche meines Töchterchens muss ich mich recht schnell gewöhnen (ich sollte wirklich eine Aufräumroutine entwickeln). Das war heute aber sehr willkommen, verschaffte es mir doch drei zusätzliche Lernstunden für die morgige Klausur.

Und danach gönnten wir uns noch ein Buch und ein Tarotdeck (respektive) in einem Buchladen in Totalreduktionsphase sowie eine Schoki mit Sahne beziehungsweise eine fair gehandelte Zotter Trinkschokolade mit Rum aus kontrolliert biologischem Anbau (mjam!) im montags regelmäßig von uns frequentierten Café im Hirsch. Jetzt schläft Lara selig, und ich werde noch einen letzten Rest Botanik studieren und auch ins Bett gehen. Juppi.

Tag für Tag für Tag          Kommentare (0)          12. Februar 2007

Klausuren

So, zwei Drittel geschafft. Übermorgen um diese Zeit befinde ich mich auf dem Weg zur letzten Klausur (Chemie), und ich werde genauso vorbereitet sein wie auf die letzten beiden: gut, aber nicht gründlich. Glücklicherweise habe ich mittlerweile auf wundersame Weise meine alte Einstellung "sind doch nur Zahlen" wiedergewonnen, so dass mich die Ergebnisse nicht mehr so brennend interessieren wie noch vor zwei Wochen. Es ist nunmal so, dass Noten nur sehr bedingte Aussagen darüber machen können, was man wirklich gelernt hat, so fürs Leben und so. Und vor allem darüber, was jemand damit anfängt oder anfangen kann.

Also Zeit für eine Prioritäten- und Blickwinkeländerung (oder was heißt, die kam/kommt einfach so). Heute werde ich erstmal meinen Schreibtisch aufräumen – lies: von Zoologiekram befreien – und, ja, lernen. Mir abends lecker Blumenkohl machen und hm, ich glaube ich habe Lust spazierenzugehen. Ohne Sauerstoffzufuhr geht sowieso nichts im Kopf, das hab ich gestern nicht nur studiert, sondern auch erfahren. ;-)

Übrigens: Ich habe (leider nur) eine CD von Suzanne Vega, die Solitude Standing. Ich erinnere mich noch, dass ich sie beim ersten Hören in keiner Hinsicht bemerkenswert fand – klar, Tom's Diner kannte und mochte ich schon, ebenso Luka, aber der Rest blieb irgendwie nicht hängen. Jetzt habe ich sie wieder rausgekramt, und je länger ich sie höre, desto mehr empfinde ich jedes einzelne Lied als leuchtendes Juwel. Wirklich wirklich schöne Sachen dabei. Vor allem Gypsy. Und Ironbound Fancy Poultry. Und Solitude Standing. Und... %-)

Tag für Tag für Tag          Kommentare (1)          19. Februar 2007

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