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Gedächtnis
Neulich attestierten mir zwei Kolleginnen ein geradezu abartig gutes Gedächtnis. Was ich lustig fand und eigentlich anders sehe, und daraus entspann sich dann eine ganz interessante Diskussion über Gedächtnis im allgemeinen und mein eigenes Merkvermögen im besonderen. Fakt ist: ich kann tatsächlich fast wie auf Knopfdruck haufenweise detaillierte Angaben zu Dingen ausspucken, die mich überhaupt nicht interessieren und mit denen ich nur eben zufällig den ganzen Tag im Zusammenhang mit meinem beruflichen Umfeld zu tun habe. Will sagen, ich arbeite hier an einem Produkt, das mich inhaltlich in keiner Hinsicht tangiert (ich bin hier so über Umwege gelandet und hängengeblieben), weiß dazu aber trotzdem eine Unmenge an Details so aus dem Kopf. Oder Telefonnummern: irgendwannmal werde ich sie zählen, aber ich schätze meinen internen Bestand auf – hum jetzt mal nicht zu großkotzig werden – na vierzig Stück brächte ich sicher zusammen. (Muß das wirklich mal nachzählen.)
Was mir aber so in der Diskussion klarwurde: ich bin ziemlich sicher, daß ich mir nicht mehr merke als andere Leute auch. Ich kann mich aber besser erinnern, oder man könnte auch sagen, mein Zugriff auf die gespeicherten Informationen ist besser. Ich würde sogar behaupten, daß das der einzige Knackpunkt bei einem "guten Gedächtnis" ist: daß man für sich die optimale Methode entwickelt, das Gemerkte im Bedarfsfall abzurufen. Was mich daran erinnert, was ich neulich über PhotoReading gelesen habe: die Idee beim PhotoReading ist, ein Buch oder eine sonstige beträchtliche Menge Text erstmal ins Unterbewußtsein zu schaufeln, indem man einfach entspannt und unfixiert jede Seite kurz anschaut, ohne sie zu lesen, und dann anschließend das Gesehene durch diverse Übungen, MindMaps etc. ins Bewußtsein zu holen. Soll mit etwas Übung gut funktionieren. Ich denke, das wäre sicher was für mich. Vielleicht beschäftige ich mich fürs Studium mal damit – spart sicher eine Menge Zeit, und bei Sachbüchern ist der Lesespaß öfter mal eh nicht sooo groß.
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