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Neujahrswunsch

Tja, jetzt hab ich nix zu Weihnachten geschrieben und nix zu Jul. Nix über Jahresendstress oder Familie oder sonst eins der vielen Themen, zu denen mir locker was eingefallen wäre. Denn meine Organisation ist immer noch lausig und ich habe daher noch immer zu wenig Zeit, die ich auf zu viele Dinge zu verteilen versuche. Aber: neues Jahr, neues Glück! Zumindest im Januar hat das noch jedesmal gestimmt. Und dieses Jahr habe ich außer den x Standardphrasen ("a guads neis no, gell") auch einen Neujahrswunsch geschickt bekommen, der wirklich alles bisher Dagewesene in den Schatten stellt. Ich zitiere:

"Wuensche Ihnen gesegnete Tage im neuen Jahr! Alle 365 Tagen sollten Sie mit Sonnenschein und Liebe umarmen!"

Das ist doch mal was! Sonnenschein, Liebe und Umarmung zu einer organischen Einheit verschmolzen. Ich bin begeistert. Ich weiß gar nicht was ich zurückschreiben soll. Zumal das in der Antwortmail meines Providers auf den Close-Antrag für eine Domain stand.

Tag für Tag für Tag          Kommentare (0)          4. Januar 2006

Realität

Im November habe ich einen sehr interessanten, anregenden Workshop mitgemacht: "Einführung in schamanisches Reisen" (von erddrachin.de). Seitdem tummeln sich viele neue und alte philosophische Überlegungen in meinem Kopf, zuoberst diese: was ist Realität? Wann kann man etwas als real bezeichnen? Was macht Realität aus? Und: was ist es, wenn es nicht real ist?

Das bezieht sich jetzt bei weitem nicht nur auf die Erlebnisse während einer schamanischen Reise, aber sie sind ein gutes Beispiel. Ich meine, das ist ja etwas, was nur du selbst erlebst, obwohl noch einige andere Leute mit im selben Raum sind. Du erlebst es also nicht auf dem vielzitierten "Boden der Tatsachen", nicht in der üblichen Umgebung unserer "Realität". Aber: Du erlebst es. An einem Teil von dir, den du nicht jeden Tag auslebst oder dir auch nur seiner Existenz bewusst bist (manchen wird's zumindest so gehen), und in einer Umgebung, die dir weitaus seltener begegnet als die normale. Nun könnte man natürlich Realität als meine alltägliche materielle Umgebung definieren, die allgemein wahrgenommen wird und als Bezugsquelle gilt. Nur ist es leider so, dass nicht-reale Dinge gerne als "Traumgespinste", "Einbildung" oder "lebhafte Phantasie" belächelt und abgetan werden, und das sind mir zu abschätzige, negative Begriffe für etwas, das ich in einer Weise erlebe, die ich real nennen möchte. Eine hübsche Lösung finde ich, das einfach in äußerer und innerer Realität zu formulieren: die äußere Realität ist unsere materielle Umgebung, die Dinge und Ereignisse, über deren Existenz im Raum-Zeit-Gefüge man sich mit den allermeisten anderen Menschen einigen kann oder könnte. Die innere Realität hingegen ist etwas, das nur ein Mensch (oder mehrere zusammen, aber andere nicht) wahrnimmt oder wahrnehmen kann. Wer wäre ich denn, zu sagen, "Wie, du siehst da drüben einen rosa Elefanten? Ich nicht, also bist du im Unrecht." Könnte ja auch andersrum sein. Und nein, ich finde nicht, dass die Wahrscheinlichkeit eines rosa Elefanten in Sichtweite eine Rolle spielt. Erstens war es ein Beispiel, zweitens kann man sich mit Wahrscheinlichkeiten sehr täuschen, wie ich aus dem Skeptikerbuch gelernt habe, drittens passieren ja bisweilen auch sehr unwahrscheinliche Dinge. Neinnein... es ist eine Grundsatzeinstellung gegenüber sich selbst und anderen. In amicativen Grundsätzen ausgedrückt wäre das die Nummer 9: "Achtung vor der inneren Welt". Finde ich ziemlich wichtig.

Körper, Geist & Seele | Wir alle?          Kommentare (0)          4. Januar 2006

Thema verfehlt

Jetzt passiert es mir schon zum zweiten Mal, dass ich in einem Forum eine Diskussion anfange, die ein heißes Thema gerade so streift, sich aber eigentlich um was Anderes dreht. Das heißt, meine ursprünglich gestellte Frage drehte sich um was Anderes, und 90-95 % der Antworten fahren sofort auf die Schiene des alten Themas und wärmen irgendwelche schon tausendmal durchgekauten Argumente auf. Das erste Mal ist mir das auf hexenzirkel.org passiert, als das Thema das zugegebenermaßen sehr heiße Eisen "Rauchen" streifte. Ich hatte im Lauf der Diskussion, die doch immerhin 60 Antworten angesammelt hat, mehrfach gesagt, dass ich NICHT über "Rauchen ja oder nein" reden wollte, sondern über was ganz Anderes und viel Spezifischeres. Und die auf meine Frage passenden Antworten konnte man an einer Hand abzählen, der Rest verrannte sich in einem alten, alten Zwei-Lager-Kampfszenario mit den obligatorischen Vermittlern. (Das ging so weit, bis tatsächlich Godwin's Law seine Gültigkeit bewies - fasziniert mich heute noch.)

Warum ist das so? Lesen die Leute nicht ordentlich? Gibt's da so 'nen psychologischen Auslöser bei bestimmten Worten, die im Gehirn mit solchen heißen Eisen verknüpft sind? Ich versteh's nicht. Es ist mittlerweile schon so, dass ich in einer solchen Diskussion jede halbwegs auf die ursprüngliche Frage gerichtete Antwort geradezu als Auszeichnung der entsprechenden Autorin werte. Tja, ich schätze, da hatte mein Psychologielehrer in der 12. Klasse doch viel mehr recht, als ich damals dachte: wir hören überhaupt nicht zu. Nicht mal wenn wir's schriftlich haben und problemlos dreimal lesen könnten, bevor wir auf den Antwortknopf klicken. Schade eigentlich.

Zwischenmenschliches | Wir alle?          Kommentare (0)          18. Januar 2006

King M

Bin heute durch Zufall über eine wundervolle Seite mit Kurzgeschichten (englisch) gestolpert. Ich werde da noch viel, viel stöbern und entdecken, aber ganz besonders gefallen hat mir schonmal die Geschichte von King M. Wenn ich die lese, dann passiert etwas eher Seltenes: ich höre in meinem inneren Ohr, wie sie jemand liest. In diesem Fall ist das ein Schwarzer mit dicken Lippen, einer leicht rauhen Stimme (bisschen so wie meine gerade, ich bin ein wenig erkältet) und diesem typischen Akzent. Wun-der-bar. Ich hab sie jetzt schon bestimmt sechsmal gelesen, nur um den nochmal sprechen zu hören. :-)

Fundsachen          Kommentare (0)          19. Januar 2006

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