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Anjani

Hier hätt ich euch mal ein richtig schönes Betthupferl: Lieder des neuen Anjani-Albums auf myspace.com. So wie ich das gerade kurz quergelesen habe, ist es in Zusammenarbeit mit Leonard Cohen entstanden. Hört man deutlich, wie ich finde, die Lieder erinnern mich sehr an sein wunderschönes Album "Ten New Songs". Schwer zu empfehlen für alle, die Cohen, melancholische Musik, poetische Texte und/oder schöne Frauenstimmen mögen.

Körper, Geist & Seele | Fundsachen          Kommentare (0)          2. Juli 2006

Sechsundzwanzig

Ui. Schon wieder ein Jahr rum (vielleicht entsteht dieser subjektive Eindruck auch, weil ich das ja auch an Silvester immer sage, und schon sind's eher halbe Jahre). Zwei mal dreizehn Jahre bin ich jetzt alt! Das bedeutet, ich habe mein Nasenpiercing nunmehr schon mein halbes Leben lang. Außerdem habe ich eine der letzten Altersgrenzen für diverse Vergünstigungen (falls es das TwenTicket bei der Bahn überhaupt noch gibt) überschritten – Zeit, Rentnerin zu werden! ;-) Und natürlich gehe ich nun, wie ich mir heute sicher noch mindestens einmal anhören darf (von einem, der vier Jahre älter ist und morgen Geburtstag hat, hehe), wie so viele andere auch auf die dreißig zu.

Das stresst mich nicht. Seit Jahren schon plane ich, hundertzwanzig zu werden (d. h. ich kann genau im Jahr 2100 sterben), und mit dreißig habe ich dann gerade mal ein Viertel meines Lebens hinter mir. Jungspund! Grünschnabel! :-D

Tag für Tag für Tag          Kommentare (2)          3. Juli 2006

chinesische Schmerzpädagogik

Da hab ich doch mal wieder in Remingtons Kurzgeschichten gestöbert und eine echte Perle gefunden: Table Fight.

(Kurzer Zwischeneinwurf: der Mann ist mir mit seiner Schreibe schwuppdiwupp ans Herz gewachsen. Anders kann ich's grad nicht ausdrücken. Ich bin einmal zufällig vorbeigesurft und fand die Seite ganz nett, bin irgendwann wiedergekommen zum nochmal gucken, bin wiedergekommen um noch ein oder zwei Geschichten anzuschauen (hab sie dann durchgelesen), und seitdem gehöre ich zum täglichen Besucherkreis. Natürlich kennt man einen Menschen, dessen gelegentliche gedankliche Ergüsse man regelmäßig auf einer Internetseite liest, quasi überhaupt nicht. Aber das Stückchen Remington, das sich da offenbart, ... ich MAG ihn. Kelchkönigin.)

Und diese Geschichte geht mir jetzt im Kopf herum, und im Herzen, und im Bauch auch, und ich weiß schon jetzt, dass sie da noch eine ganze Weile bleiben wird, bittersüß und hauchzart. Seufz...

Körper, Geist & Seele | Fundsachen          Kommentare (0)          5. Juli 2006

Zeit für mich

Jippie! Morgen früh geht's los: ich fahre gen Oldenburg, zum Feencamp! Da freu ich mich schon ein halbes Jahr drauf – das war das Ergebnis dieses Schicksalsbrösels –, und jetzt wo es soweit ist, ist es mehr nötig und Zeit dafür denn je.

Allerdings bedeutet es auch eine Unmenge von Dingen, die heute noch erledigt werden wollen, und ich merke schon wieder, wie mir alles aus den Händen gleitet. Vielleicht wäre es eine gute Idee, ein Notfallprogramm für diese nicht gerade seltene Situation zu entwickeln... ARGH! Ich bin zu spät dran!

Körper, Geist & Seele | Tag für Tag für Tag          Kommentare (0)          6. Juli 2006

Feencamp

Ich werde versuchen, mich kurz zu fassen. Ich bin noch völlig durch den Wind – mir ist, als hätte ich die Erlebnisse eines ziemlich umtriebigen Jahres komplett in einem Monat gepresst gehabt. De facto war's aber nur eine Woche.

Ja... eine wilde, schöne, strahlende, unglaublich anstrengende, heilende Woche, mit 33 wundervollen Frauen, darunter eine Handvoll bewundernswerter Lehrerinnen, auf dem wirklich zauberhaften Hof Oberlethe. Eigentlich bräuchte ich jetzt nochmal eine Woche Urlaub, um anzufangen, das Ganze ein wenig zu verarbeiten, und um hier wieder richtig anzukommen und mich an meinen Alltag zu gewöhnen...

Ja. Was kann ich noch sagen, ohne sehr sehr viel zu sagen? Es war ungefähr so, dass ich die ersten zwei, drei Tage brauchte, um einen kompletten Seelenstriptease hinzulegen, wirklich alles drumrum abzulegen, dann zwei Tage total nackt rumlief (und, man bedenke, die anderen auch!), und schließlich zwei Tage darauf verwendete, mich wieder zusammenzusetzen... und natürlich war nichts mehr wie vorher. Naja... was hab ich erwartet? Schließlich war das Campmotto ja "Seelenhaut"... :-)

Körper, Geist & Seele          Kommentare (0)          17. Juli 2006

Lirum larum Summelsarum

Heute will ich einfach mal einen wilden Mix posten. Drei Artikel fand ich heute spannend: Talking With The Hearing-Impaired von Aahz Maruch, über Kommunikation mit Schwerhörigen; The Spoon Theory von Christine Miserandino, über wie es ist, eine schwer beeinträchtigende aber nicht offensichtliche Krankheit zu haben; und Odyssey to America von Justin Raimondo, die Geschichte eines schwulen Jugendlichen in Marokko, dem die abenteuerliche und unwahrscheinliche Flucht nach Amerika gelingt (gefunden bei Thorn Coyle's Musings, wie so vieles). My heart goes out to these people.

Und Lara sagt so viele lustige Sachen, dass ich doch mal ein paar aufschreiben wollte :-) – "Na Lara, was gab's bei der Oma zu essen?" – "Mmmmmmaulwurftaschen!!" strahlendbreitgrins Hehe... oder "Was gab's heut bei den Wuschels?" – "Schmaghetti!" :-D

Ihre Lieblingswörter sind zur Zeit mags net, o-nein-o-nein und umomblum. Letzteres erkenne ich mittlerweile leider einwandfrei als Room on the Broom, weswegen ich das Buch auch schon von vorn bis hinten auswendig kann.

Zwischenmenschliches | Tag für Tag für Tag | Fundsachen          Kommentare (13)          25. Juli 2006

Kinder hüten vs. mit Kindern leben

Kurze Einleitung: Was ist morgendlicher Tran? Wenn man auf die Herdknöpfe vom Herd gucken UND nachdenken muss, um den richtigen zu erwischen, vergisst, die Schuhe fürs Kind einzupacken, und dann dorthin fährt, wo die Wuschels noch bis vor mehreren Wochen ihre vorläufige Unterkunft hatten. Argh...

Ich hatte also heute nach längerer Zeit mal wieder Wuscheldienst – Kiddies hüten, wie ich das nenne – und wie jedesmal gegen Mittag fiel mir auch heute wieder auf, dass ich froh bin, wenn es vorbei ist. (Missversteht mich nicht: ich mag die Kleinen alle, auch die, die's echt drauf anlegen.) Das hat mich dann doch etwas nachdenklich gemacht, denn schließlich wünsche ich mir eine Lebensgemeinschaft mit Kindern. Aber nach längerem Grübeln bin ich doch auf deutliche Unterschiede gestoßen zwischen "einen Vormittag lang auf mehrere ziemlich gleichaltrige Kids aufpassen" und "permanent ein Haus mit mehreren Kindern teilen, die Teil einer Gemeinschaft sind". Da steckt eigentlich auch schon alles drin: eine Spiel-Aufpass-Kindergruppe wie die Wi-Wa-Wuschels, so dankbar ich für diese Einrichtung bin, hat einfach Ausnahmezustandscharakter. Man geht hin, hat irgendeine Form von Programm für ein paar Stunden, das hauptsächlich gleichaltrige Kinder beinhaltet und zwei Erwachsene, damit keine Katastrophen passieren, und geht dann wieder nach Hause, zurück zum Normalzustand. Entsprechend verhalten sich die Kids dort auch nicht "normal" – manche sind sehr aufgedreht, andere brauchen ewig, um sich in dem Gewusel einzufinden, und ein oder zwei lassen einfach mal intensiv ihre anstrengenden Seiten raus.

Mir ist bewusst, dass ich hier natürlich nicht aus eigener Erfahrung sprechen kann, aber ich glaube, wenn eine Mehrzahl von Kindern der alltägliche Normalzustand im Haus ist, dann ist die Situation in vieler Hinsicht ganz anders. Zum einen ist es eine permanente, langfristige Gemeinschaft, im Idealfall von Kindern und Erwachsenen vieler Alters- und anderer Stufen. Das heißt, die Platzfindung muss nicht jeden Morgen aufs Neue stattfinden und ist dann mittags schon wieder überflüssig, und es machen nicht über die Hälfte der Mitglieder gerade dieselben Lebensphasen durch. Die Beziehungen zwischen den einzelnen, die die Gemeinschaft ja zum sehr großen Teil ausmachen, sind viel stabiler: man kennt sich (soweit man sich kennt). Man gestaltet hier auch nicht einen Vormittag, sondern den eigenen Alltag, nicht nur die Kinder, sondern genauso die Erwachsenen. Und vor allem ist viel mehr Raum für individuelle Bedürfnisse: man kann sich beinahe jederzeit eine Auszeit nehmen, Kinder wie Erwachsene, die von der Gemeinschaft mitgetragen wird. Wenn ich heute einfach keine Lust auf Gruppe habe, dann muss ich nicht. Bei festen Wuschelvormittagen geht das so nicht, sondern man sitzt sich meist auf Gedeih und Verderb auf der Pelle.

Jetzt nochmal in klaren Worten: ich bin endlos froh, dass es die Wuschels gibt, und Lara geht liebend gerne hin. Ich finde solche Kindergruppen ganz wichtig. Aber ich bin der Meinung, dass sie viel selbstverständlicher und integrierter sein sollten, und für mich bzw. uns ist das eine sehr sehr wichtige Sache.

(Übrigens könnte man sich diese selbstverständliche Integration genauso auch für die Gemeinsamkeit von "Behinderten" und "Nichtbehinderten" wünschen. Heute in der Bodelschwinghschule gab es wieder einige Berührungspunkte, die mir sehr nahe waren und mich gefreut haben. Und ich war gerade noch im Café Regenbogen, das ich wirklich gerne mag.)

Kinder | Zwischenmenschliches | Tag für Tag für Tag          Kommentare (0)          26. Juli 2006

Relation: Beziehung braucht Bezug

Das gibt's ja auch höchst selten: zwei Beiträge am selben Tag (und mir fiele sogar noch ein dritter ein). Aber bei meinen Gedankengängen zu den Wuschels und den Kindern in einer Gemeinschaft zeigte mir mein Kopf doch gleich Parallelen bzw. Überschneidungen in einem Thema auf, was mich aus anderer Richtung, nämlich Polyamory, sowieso in letzter Zeit schon beschäftigt hat: nämlich die Notwendigkeit von Relation (= Bezug) in Beziehungen.

In einer "normalen" Familie, bestehend aus Vater, Mutter und Kind, sind alle drei für die jeweils anderen beiden in gewisser Hinsicht absolute Größen. Das Kind hat nur eine Mutter, sie ist als solche absolut. Genauso hat das Kind nur einen Vater, und wenn es zum Beispiel nur noch eine Schwester hat (so wie ich), dann ist auch diese als Schwester eine Absolutheit für das Kind. Damit meine ich, dass ich keinen Teil meiner Familie (Mam, Dad, Sis) in Relation zu jemandem anders setzen kann. Klar lernt man irgendwann anderer Kinder Mütter kennen, aber nie auf demselben Level. Oder andere Kinder, aber die sind seltenst wie Geschwister. Das führt dazu, dass Kinder die Macken ihrer Eltern (egal ob bloße Schrullen oder echt fiese Charakterzüge) als selbstverständlich hinnehmen – warum sollten sie sie hinterfragen? "Wahrscheinlich sind alle Mütter/Väter/Schwestern(/Onkel/Tanten oder was man noch so im Singular hat) zu ihren Kindern/Geschwistern(/Nichten etc.) so."

Daher ist es auch überhaupt nicht verwunderlich, dass man oft ohne es zu wollen "so wird wie die Eltern". ("Du bist genau wie Deine Mutter!") Wie denn auch sonst? Es sind ja keine anderen Bezugspersonen da: als Kind kann ich meine Eltern in keinerlei Relation setzen. Klar, heute, als Erwachsene, ist das 'ne andere Geschichte, aber ich bin auch schon geschlagene sechsundzwanzig Jahre alt... und ja, ich bin in vieler Hinsicht sehr wie meine Mutter, und nicht nur positiv. (Klassisches Beispiel: ich bin (oder war, hmmm ;->) sexuell eher verklemmt, obwohl das noch nie in mein Weltbild gepasst hätte – aber so hatte ich's gelernt, sprich als Kind mitbekommen.)

Dadurch lastet natürlich auch ein unheimlicher Druck auf mir als Mutter eines Kindes: alle meine Macken, alle meine Schwachstellen bekommt meine Tochter fast ungefiltert mit. Und ich bin auch nur ein Mensch und kriege vieles jahrelang nicht auf die Reihe, da brauche ich mir gar nichts vormachen. Was wäre nun, wenn da noch eine oder zwei andere Frauen wären, mit ihren Kindern, und wir zusammen Haus, Hof und Kinder teilen würden? Ich glaube, allen Kindern wäre es dadurch möglich, ihre Mutter in Relation zu anderen Frauen zu setzen – und ich glaube, das wäre eine wirklich gute Sache.

Ah, ah, aber da ist sie wieder: die kleine Stimme, die sagt "Aber das ist mein Kind!". Meins. Meins. Meins. Womit wir bei der Polyamory-Thematik wären: mein Freund, meine Freundin, mein Mann, meine Frau. Gehört mir. Dazu fallen mir doch speziell ein Artikel von matriarchat.info sowie einer von suppressedhistories.net ein: Der Zusammenhang zwischen Privatbesitz, Herrschaft und Eifersucht und Kulturen, in denen Kinder auch die Schwestern ihrer Mutter "Mutter" nennen (zweiter Absatz, englisch). Und auch Kahlil Gibrans "Deine Kinder sind nicht Deine Kinder, sie sind Töchter und Söhne der Sehnsucht des Lebens nach sich selbst." (ganzes Gedicht)

Und im Prinzip gilt das auch für die klassische Mono-Liebesbeziehung: es ist niemand da, der die Partnerin oder den Partner relativieren kann. Sie oder er wird zur absoluten Größe. So ein bisschen erinnert mich das an Monokulturen in der Landwirtschaft, die nur durch massives menschliches Eingreifen überhaupt existieren können (funktionieren scheint mir fast ein bisschen zuviel gesagt). Auch hier fehlt ganz einfach der Ausgleich (was nicht dasselbe wie Relation ist, aber ich finde, der Vergleich kommt trotzdem hin). Jetzt will ich nicht sagen, dass man unbedingt mehrere Liebesbeziehungen haben muss, um einen Ausgleich zu haben, und auch mit nur einer Mutter und einem oder sogar keinem Vater wachsen doch einige Leute zu ganz ordentlichen Menschen heran, oder vielmehr: verlieren sie nicht allzu viel von ihrer angeborenen Menschlichkeit. Aber da ist doch so eine Tendenz, und ich bin auf jeden Fall der Überzeugung, dass ein bisschen mehr Relation in unseren prägendsten Beziehungen eine sehr gute Idee (und Herausforderung) ist.

Kinder | Zwischenmenschliches          Kommentare (5)          26. Juli 2006

Spruch des Tages

"If life gives you yellow fruits, call them delicious and bestow them to random strangers."

Tag für Tag für Tag          Kommentare (2)          27. Juli 2006

Rufnummer unbekannt

"Rnr. unbekannt" ist auf dem Apparat der Zentrale immer verdächtig, aber kein Grund, sich nicht freundlich zu melden. Also tue ich das.

"Guten Tag, hier ist dieunddie von blbl Lotto blblbl! Könnte ich bitte mit Herrn H. sprechen?"
"Hmmm. Möchten Sie ihm was verkaufen?" (Ich hatte da so eine Vermutung...)
"Ja, Lotto!"
"Tut mir leid, dann muss ich Sie leider abwimmeln."
"Macht nichts! Ihnen noch einen schönen Tag!"
"Ja ebenfalls, ne? Tschüs!"

Sehr schwungvolles, unkompliziertes, freundliches und damit nettes Gespräch. Kann gerne nochmal anrufen, die Gute.

Tag für Tag für Tag          Kommentare (2)          28. Juli 2006

Orakelabo

Wenn Sie heute nicht bereit sind, sich selbst zu lieben, dann werden Sie auch morgen nicht lieben, denn die Entschuldigung, die Sie heute benutzen, werden Sie auch morgen noch haben. Louise Hay (*1926), Autorin und Aids Therapeutin

Tja, ich habe mittlerweile ein Orakelabo. Brauch nicht mal mehr Karten ziehen, die Welt wirft mir einfach so die Antworten hin... oder doch zumindest zum Thema passende Kommentare.

Tag für Tag für Tag          Kommentare (0)          31. Juli 2006

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