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siebenundzwanzig
Und wieder ein Jahr vorbei. Was fällt mir dazu ein? Im Gegensatz zum letzten Jahr befinde ich mich ziemlich im Klausurenendstress, das wird mir auch den Rest des Abends noch vertreiben. Was mir aber deutlich auffällt: Nach außen hin war das der unauffälligste Geburtstag meines Lebens – Lara in den Kindi gebracht, bisschen aufgeräumt und geputzt, den vorletzten Botanikkurs irgendwie rumgebracht (wie üblich), Lara abgeholt – aber so von innen betrachtet hat der heutige Tag wirklich einen Unterschied gemacht. Ich hab es sogar geschafft, so für mich ein bisschen zu feiern, eine gelungene Mischung aus Geschenke auspacken und In-mich-gehen.
Nun ruft mich aber der Unikram wieder. Ähm, und mein AB. %-)
Herbarium
... Es ist fertig!!!
Heute war Abgabetermin, und ich war sicher nicht einmal die Letzte, als ich mit Lara und meinen zwei hübsch beschrifteten Kartons die Lagerstätte studentischen Fleißes aufsuchte. 108 Pflanzen waren es zum Schluss, und es ist sogar möglich, dass 100 korrekte dabei sind und ich gar nichts nachliefern muss. (Zwischendurch konnte ich mal nicht zählen und kam immer nur auf 99, das hat mich kurzfristig ziemlich gestresst.)
Ich habe viel gelernt, nicht nur über Pflanzenbestimmung (sondern zum Beispiel auch über meinen persönlichen Dauerstresslevel und wie viel man in drei Wochen schaffen kann, wenn man unbedingt will), und ich finde, ich habe nicht nur einen Haufen Grünzeug gesammelt, sondern durchaus auch recht viel interessantes Grünzeug. Auf die Zweihäusige Zaunrübe (männliches Exemplar) bin ich zum Beispiel echt stolz, und auch auf den Kleinen Klappertopf, der mir ein ziemliches Rätsel war ("Häh? Lippenblütler oder was??") und den ich hier in der Gegend auch noch nie gesehen habe. Die Echte Hühnerhirse hätte ich ohne diese sehr schöne Seite vermutlich nicht korrekt bestimmen können, und meine geliebte Silberpappel (oder hier, aber eigentlich muss man sie live sehen) musste natürlich auch mit rein. Ich weiß außerdem jetzt, dass Walnussblätter auf der Unterseite sehr lecker riechen, und gehe seitdem kaum an einem Walnussbaum vorbei, ohne ein wenig zu schnüffeln. Der Bittersüße Nachtschatten (yay!) wird von mir zu DER Gothic-Pflanze schlechthin erklärt (sattlila, sattgelb, sattdunkelgrün, also optisch sehr schick, und knallrote Beeren. Alles giftig, natürlich, und schon allein der Name!), und auch wenn die Auswahl an weißen Doldenblütlern viel zu groß ist: den Gefleckten Schierling kann ich jetzt mit Sicherheit von allem anderen unterscheiden. Und die Wilde Möhre. Ach ja.