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Sammelaugust

(Astrid Lindgren forever!)

Fast ein Monat seit dem letzten Eintrag, und ich hätt auch so viel im Kopf. Trotzdem werd ich hier nur grob sammeln, was mir in den letzten Wochen so begegnet ist – ordentliche Beiträge gibt's erst wieder, wenn ich hier vollends eingezogen bin.

Viel Stoff wird sicherlich mein neuer Alltag mit Frau M. in unserer chaotischen Zweieinhalb-Radikalfeministinnen-WG hergeben. Bis jetzt sind Lara und ich hier rundweg glücklich und zufrieden, sie kriegt immer selbstgemachten Joghurt, ich genieße solch wunderbare Dinge wie Apfel-Bärlauch-Quiche, und der Kindi ist nur noch wenige Busminuten entfernt. Happy happy!

Außerdem tauchte recht plötzlich jemand in meinem Leben (wieder) auf, mit dem ich zum Loreena McKennitt-Konzert gehen kann – das sagt eigentlich schon alles, was sich in Kürze überhaupt sagen lässt.

Cast your eyes on the ocean
Cast your soul to the sea
When the dark night seems endless
Please remember me

Und noch mehr Dinge strömen in mein Leben... etwas Arbeit, und damit Geld; unerwartete Anfragen mit unerwarteten Ergebnissen; und eine Unmenge wundervoller Möglichkeiten, diverse Wochenenden in nächster Zeit zu verbringen. Ein Hexenzirkel-Treffen, eine Inifreizeit von Kindi und Schule, 5 Jahre Kindi plus Tag der offenen Tür, Ostarafeier, und Kultur in Form eines Besuchs der Dreigroschenoper im LTT alles an einem Wochenende... undsoweiter. Ui :-)

Oh, und ich war shoppen mit einer lieben Freundin, unter anderem bei Lush, und seitdem schwärme ich allen Leuten von meinem Each Peach vor. Nach Bearbeitung einer größeren Fläche damit riecht man zwar wie ein Zitronenbonbon :-D aber es ist seeehr lecker und seeeehr wohlfühlmäßig. Abends eine Fußmassage damit – wunderbar. Kann ich nur empfehlen.

Tja, aber sonst fällt mir schon gar nicht mehr ein, was mir so alles begegnet ist. Vielleicht später. Die Hauptbotschaft lautet: das Leben ist so schön!

Körper, Geist & Seele | Tag für Tag für Tag          Kommentare (2)          15. März 2007

GMX und die deutsche Sprachin

Gerade stieß mir beim Aktualisieren meines GMX-Profils mal wieder sauer auf, dass ich als beruflichen Status zwar "Hausfrau/-mann" auswählen kann, aber ansonsten nur männliche Formen wie "Schüler", "Student", "Angestellter" undsoweiter. Das ist inkonsequent, was meinen inneren Korinthenkacker natürlich zutiefst zwickt, aber vor allem stört es mich als Frau. Ich bin nunmal kein Student, fertig aus. Ich werd das auch ganz sicher nicht auswählen, weil es FALSCH ist. Statt dessen bleibe ich weiter teilzeitbeschäftigt (auch nicht so verkehrt) und gespannt, ob und wie (und wann) GMX auf meine kurz gefasste, höfliche Mail reagiert.

Und wer jetzt sagt, die ständigen Innens nerven und deutsch ist halt nunmal 'ne blöde Sprache, fühl dich mitgemeint, da sag ich nur: nene. Für die gravierende Frauenfeindlichkeit der deutschen Sprache kann ich nichts, und ich muss überhaupt nicht akzeptieren, dass es so ist, und nichts daran ändern wollen. Wer was von mir will, soll sich die Mühe machen und mich explizit ansprechen. Ich fühl mich einfach nicht mitgemeint. So ist das.

Wer sich mit dem Thema weitergehend beschäftigen möchte, kann zum Beispiel mal bei den Frauensprache-Artikeln stöbern – finde ich immer wieder erkenntnisreich und ermutigend.

Zwischenmenschliches | Wir alle?          Kommentare (1)          21. März 2007

Die Frau ohne Schuhe

Es wird ganz klar Sommer: Heute war mein erster Barfußtag. Ich nutzte also den strahlenden Sonnenschein, um noch ein paar Fotos für das Erddrachin-Zentrum zu machen, zeigte dann Lara den neu entdeckten Spielplatz am Haagtor, um nach einem pizzahaltigen Schlenker über das Eiscafé Esperia wieder Richtung neuer Heimat zu wandern. An der Ammergasse winkte mir eine Frau vom Beifahrersitz eines am Straßenrand stehenden Autos zu. Ich dachte, sie wollte mich vielleicht nach dem Weg fragen, aber als ich näher trat, kam sie mir seltsam bekannt vor... Und sie begrüßte mich mit "Haben Sie immer noch keine Schuhe an?"

Ich saß also mit ihr letztes Jahr im Flugzeug von Dublin nach Stuttgart, und in Stuttgart sprach sie mich an, ob mir nicht kalt sei und warum ich barfuß liefe, ob das spirituell begründet sei. Das war wesentlich netter als der Text (und Tonfall), den ich mir sonst meist von Fremden zu dem Thema anhöre, und sie ist mir in guter Erinnerung geblieben. Lara hatte da allerdings gerade ihren letzten Schreikrampf und hat sich daher kein bisschen erinnert. Und sie erzählte mir, dass sie heute aus einer der vielen Tübinger Kliniken entlassen worden war, ihre fast frisch entbundenen Siebter-Monat-Drillings-Frühchen allerdings noch in der Kinderklinik waren und sie daher die nächste Zeit jeden Tag in Tübingen wären. Ihr Mann kam noch dazu, den ich nicht wiedererkannt hätte, aber er sah meine Füße und lachte, "Ah, die Frau ohne Schuhe! Und mit dem gleichen Kopftuch." Was Zufall war. Jedenfalls war die Welt mal wieder winzig klein und ich hab mich sehr gefreut, sie zu sehen, vielleicht wird das in nächster Zeit ja noch öfter der Fall sein.

Tag für Tag für Tag          Kommentare (0)          26. März 2007

Verbiegungsalarm

Am Samstag war 5-Jahres-Feier von Freier Aktiver Schule und Aktivem Kindergarten, das war schön. Vor allem aber hatte ich einen äußerst tiefgreifenden Erleuchtungsmoment, wo mir mal wieder klar vor Augen stand, wieviel ich von Lara lernen kann – und wie schwierig es für mich teilweise ist, sie nicht zu verbiegen.

Lara hat seit ein paar Wochen einen richtigen Kindergartenfreund, den Silas. Der ist ungefähr ein Jahr älter als sie, sie hat ihn schon zweimal zuhause besucht, und überhaupt sind die beiden so süß, wie man sich das nur vorstellen kann. Sie ziehen sich gegenseitig auf Rollbrettern, erobern gemeinsam die Hochebene und sind einfach ein Herz und eine Seele. Meistens.

Nun spielten sie also am Samstag beim Fest zusammen auf und an der Hochebene, und Silas war sehr dagegen, dass ein fremdes Kind auch hochklettern wollte. Da war er dann auch recht deutlich und vehement. Lara ging irgendwann zum Kaufladen und spielte da, und Silas rief lang und anhaltend nach ihr, sie solle wieder raufkommen. Und was macht das verbogene, verzogene Muttertier? Ich ging zu ihr hin und sagte ihr, ob sie nicht wieder auf die Hochebene wolle, Silas würde nach ihr rufen. Keine Reaktion (was nicht ungewöhnlich ist). Als Silas fünf Minuten später immer noch rief und sie immer noch mit dem Kaufladen spielte, sprach ich sie nochmal an – da zog sie dann einen leichten Flunsch und sagte, mehr zu sich als zu mir, "ich mag jetzt aber nicht, ich will mit dem Kaufladen spielen".

Da ging mir ein ganzer Kronleuchter auf. Es ist einfach sowas von ihre Entscheidung, mit wem und mit was sie wann und wie spielen oder sonstwas machen will, und sie ist auch vollkommen in der Lage, diese Entscheidung selbst zu treffen. Mehr noch: sie kann das wesentlich besser als ich, denn Lara ist im Gegensatz zu mir noch frei von Vorstellungen, wie sie selbst zu sein hat und wie welche Sorte Beziehung auszusehen hat und was man tut und wie man sich benimmt und wie nicht. Für Lara zählt nur das, was ist, und auch nur das, was sie erfassen kann, also das, was für sie ist – außen wie innen.

Also, schreiben Sie hundertmal an die Tafel: Halt einfach mal die Klappe, und misch dich nicht ein. Lass dein Kind sein, wie es ist. Lass dich selbst sein, wie du bist. Lass den Rest der Welt sein, wie er ist. – Nicht zur Strafe, nur zur Übung!

Kinder | Zwischenmenschliches          Kommentare (0)          27. März 2007

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