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Lebenszeichen
Hm, jetzt habe ich sehr lange nichts geschrieben, über einen Monat. Das liegt nicht daran, dass es nichts zu schreiben gäbe; falls überhaupt, dann gibt es zuviel zu schreiben... Und entsprechend gibt es eben auch viel Anderes zu tun. Deswegen hab ich viel Anderes getan und wenig geschrieben, so musste ich mich schon nicht entscheiden, was alles unter den Tisch fällt. :-)
Naja und wenn ich nun schon dabei bin, kann ich ja mal ein paar von den vielen vielen Dingen, die mich so beschäftigt haben (oder immer noch beschäftigen), erwähnen: brandneu hier auf der Homepage ist die Umstellung auf mod_rewrite, die seit gestern endlich komplett funktioniert, alles in allem erstaunlich schnell ging und auf die ich ein bisschen stolz bin (obwohl ich genau weiß, dass ich den Kern der Sache nicht wirklich begriffen habe). Außerdem sind endlich, endlich, sowohl das Atelier für Text und Bild als auch – eine noch schwerere Geburt – die Seiten der Industrienäherei DKH: online! (Bei letzterem fehlen noch einige Kleinigkeiten, wir bleiben aber hart dran. Versprochen.) Und es gibt ein paar neue Seiten hier, die verstecken sich bei den Projekten: zum einen den Tarotzirkel, der mich natürlich nicht nur virtuell auf Trab hält, zum anderen eine Seite nützlicher Kleinkram und Downloads – da kommt noch einiges dazu, sobald ich nur dazu komme. Sonst habe ich soweit ich mich erinnere nur etwas herumoptimiert.
Ja, und dann war ich noch über Ostern in England, meinem Papa beim Heiraten zugucken; meine Aufräumwut geht gerade solche Dinge wie Zahnarztbesuche und einige Rückenprobleme an; ich habe sowas von dick Beltane gefeiert :-D und zwei Geburtstage obendrein; ich habe einigen Leuten, die schon lange darauf warten, endlich mal wieder eine Mail geschrieben, und noch etwa doppelt so viele warten immer noch drauf.
Und schwupps, da war es Mai!
Laaffack
Als Lara noch ganz klein war (muss schon 'ne Weile her sein?!), haben wir von einer entfernten Bekannten einen Schlafsack für sie geschenkt bekommen. So einen zum Eintüten extra für kleine Kinder, Arme raus, Beine rein, ab ins Bett – ich glaube, so was nennt sich "Pucksack", oder vielleicht war das auch wieder was Anderes.
Jedenfalls, einerseits war mir schleierhaft, wozu das gut sein soll, ein Baby in so eine Tüte zu stecken, ich habe nie ernsthaft überlegt, das Ding zu verwenden. Andererseits war der nun aber einfach ZU süß. Auch noch rosa, aber mittlerweile bin ich dem Reiz der Ach-nein-wie-niedlich-Klamotten, die es für kleine Kinder und vor allem für kleine Mädchen ja zuhauf gibt, schon auch ein wenig erlegen, und wenn es hübsches Rosa ist... also %-) Und die kleine Fee mit den Schmetterlingen war auch nicht ganz unschuldig daran, dass ich ihn einfach mal behalten habe, ohne weiteren Plan und möglichen Verwendungszweck.
Und sowieso und überhaupt kommt alles anders, als man glaubt. Lara hat nämlich neulich abends mal nach einer Aufräumaktion diesen Schlafsack über dem Bett hängen sehen und ihn sich sofort geschnappt.
"Na Lara, was meinst Du zu dem Schlafsack?" – Leuchtaugen an "... Laaaaffack. Laaaffack. Laaffack!" (Leider lässt sich ihr 200-Watt-Strahlen ganz schlecht in Buchstaben ausdrücken.) – "Ist das nicht ein toller Schlafsack. Willst Du den mal anziehen?" – "M-hm!" nickt nachdrücklich – "Na dann streck mal Deine Arme aus, soo... und den anderen... jetzt machen wir da den Reißverschluss zu... und jetzt ist das Mäuschen ganz eingepackt!" – "Packt! Packen!" straaahl – "So. Sollen wir dann jetzt ins Bett gehen?" – "M-hm!" nickt wieder – "Na gut..." was ist denn heute mit dem Kind los?
Jo. Nun heißt es jeden Abend irgendwann "Laaffack! Packen!", und da man solch freudige Erwartung ja nicht enttäuschen kann, packen wir also die Strahlemaus in ihren rosa Feen-Schmetterlinge-Herzen-Schlafsack. Dann kommen unweigerlich nochmal die Leuchtaugen... und ein geflüstertes "Zeug". "Was für Zeug?" – "Vid'os." – "Was ist mit den Videos?" – "Zeug. Gucken!" Strahlen schaltet auf 300 Watt
Tja, wie will man mit soviel Glückseligkeit argumentieren? Andere Kinder gucken Sandmännchen zum Einschlafen, unseres guckt den Matrix XP-Trailer an. So ist das.
Und das, wo wir nicht mal 'nen Fernseher haben... %-)
Ein wunderbarer Tag
Heute war ein ganz wunderbarer Tag. Ich habe was mir persönlich Wichtiges erledigt, ich habe gleich drei Menschen getroffen, die ich sehr gerne mag und viel zu selten sehe, und einer der drei hat mir einfach so eine CD geschenkt, die wirklich das Zeug hat, eine meiner LieblingsCDs zu werden. Die hab ich jetzt schon zweieinhalbmal durchgehört und sie ist schööööööööööön!
Was mich darauf bringt, dass ich die ganze Zeit schon vergesse, Putumayo World Music in meine kunterbunte Linkliste aufzunehmen. Dabei hab ich doch schon zwei andere CDs von denen und finde sie alle, alle gut. Und sie haben noch eine Menge mehr, die ich gerne hätte! Merke: sofort Link eintragen. Jawoll.
(Die neue ist übrigens die Turkish Groove.)
Trotzdem Freunde
Gestern bin ich über den Thread "High Fives with the Enemy?" im Extreme Honesty Tribe gestolpert, der mich sehr zum Nachdenken angeregt hat. Ich überlege seitdem, ob ich eine Antwort dazu schreiben soll, aber ich werde es lassen... Ich habe das Gefühl, es ist viel wichtiger, mir über mich selbst in dieser Hinsicht klar zu werden, als irgendwelches Geblubber abzusondern. (Dafür ist das schon mein vierter Blog-Eintrag diesen Monat – hmmm.)
Um es kurz zusammenzufassen, schon allein für die, die keine Lust haben, soviel und dann auch noch auf englisch zu lesen, Rachael stellt hier die Frage, inwiefern man mit jemandem total gegensätzlicher Meinung, aber trotzdem befreundet sein kann. Ich halte das für eine schwierige und wichtige Frage. Spontan würde ich sagen, die Auswahl wäre sehr sehr klein, wenn man nur mit Leuten befreundet sein könnte, die zum allergrößten Teil die eigene Meinung teilen. Außerdem prüft man das Weltbild der anderen ja nicht schon beim Kennenlernen auf Herz und Nieren. Sprich, die Wahrscheinlichkeit, dass man irgendwann mal eine mehr oder weniger krasse Meinungsverschiedenheit mit jemandem, den man sehr gerne hat, entdeckt, ist relativ hoch.
Wie geht man damit um? Wie gehe ich damit um? Seit ich angefangen habe, darüber nachzudenken, fallen mir nur sehr wenige Situationen ein, wo ich konkret vor dieser Frage stand. (Das liegt zum einen, glaube ich, an meinem eher kleinen engeren Freundeskreis, zum anderen daran, dass ich mit diesen Leuten selten über kontroverse Themen diskutiere... darüber denke ich im Anschluss noch nach.) Ich erinnere mich aber deutlich an ein Gespräch mit einer damaligen Kollegin – die ich noch heute sehr schätze und gern habe – über Leute, die Kinder misshandeln (gibt's ein kontroverseres Thema?). Ich war zu der Zeit etwa im dritten oder vierten Monat schwanger, auf emotionaler Achterbahnfahrt, und wir waren vollkommen verschiedener Meinung. Und so im Rückblick wünsche ich mir, ich hätte ihr bei all unseren verschiedenen Ansichten deutlich gesagt, dass ich ihren Standpunkt verstehen, vor allem aber akzeptieren kann, und dass ich sie deswegen nicht weniger wertschätze. Dass ich sie so wie sie ist und denkt und fühlt respektiere. Man könnte sagen, dass das eigentlich selbstverständlich ist, aber ich glaube, es ist wichtig, das gelegentlich auch auszusprechen. Es geht, kurz gesagt, um die amicativen Grundsätze der Gleichwertigkeit, Subjektivität und Achtung vor der inneren Welt (Nummer 5, 6 und 9) – die sind für mich in einer Auseinandersetzung sehr wichtig.
Wiederum ist das aber natürlich auf allen beteiligten Seiten eine wichtige, wenn nicht sogar unabdingbare Voraussetzung für einen positiven Umgang mit Streitsituationen. Ich glaube – und würde es gerne einmal bestätigt sehen –, ich könnte auch mit einem Menschen eng befreundet sein, der oder die in mehreren entscheidenden Punkten (vermutlich nicht in allen) seines oder ihres Weltbildes konträr anderer Ansicht ist als ich, solange dieser Mensch mein Weltbild als gleichwertig achtet und um einen interessierten, respektvollen Austausch bemüht ist, denn zwei statische Weltbilder nebeneinander würden eine enge Freundschaft auch nicht wirklich zulassen, denke ich. Was ich aber am allerliebsten herausfinden möchte: ob ich selber zu dieser kontinuierlichen Auseinandersetzung fähig wäre. Sonst kann ich ja nicht groß tönen hier. :-)
(Und nur um nochmal eindeutig zu sein: mir geht es gerade um enge Freundschaften. Bei Leuten, die nicht zu einer konstruktiven, respektvollen Auseinandersetzung, wie ich sie mir wünsche, fähig sind, vermeide ich schwierige Themen ganz einfach, oder in Extremfällen auch gleich die Leute, und bleibe auf einem Bekanntschaftslevel. Das gibt es öfters und wird es immer geben, das ist auch okay.)
Babyspinnen!
Meine Lieblingstiere sind Spinnen. Das ist halt so. Ich mag die Tierchen... sie futtern all die fiesen Schnaken auf, sind possierlich anzusehen, und ich finde ihre Netze faszinierend. Ich kenne viele Leute, die Spinnen absolut nicht abhaben können (jedenfalls nicht in Sichtweite), und es ist mir unverständlich. Spinnen sind toll.
Daher war ich schwer entzückt, als Er heute am Geländer unserer Veranda ein kleines Krabbelknäuel entdeckte... bestehend aus Dutzenden von winzigen Spinnchen. Ein Nest voll Babyspinnen! Wow. Und gleich darauf haben wir nochmal eins gefunden, aber das war nicht so hübsch zu fotografieren. Die sind soooo süß... jetzt finde ich es fast schade, dass wir von Dienstag bis Montag drauf gar nicht da sind. Vielleicht sind die ja schon weg, bis wir wiederkommen. Wie schnell so Spinnenbabys wohl wachsen?
Jedenfalls, wenigstens ein paar Fotos gibt's schonmal, und ich will versuchen, ihre Entwicklung so ein bisschen mitzuverfolgen. Ich tippe darauf, dass es Kreuzspinnen sind, von denen haben wir öfter mal auch gleich mehrere (und riesige) ums Haus rum. Vielleicht können wir sie beim Größerwerden beobachten und irgendwann eine von denen, die überleben und bleiben, beim Netzbau fotografieren... uiiiiiiiiii! :-)
Übrigens sind die ganz schön klug – wenn man ein Foto vom Knäuel macht, laufen sie blitzschnell auseinander. Wie die das wohl mitkriegen?
Weisheitszähne, rechts
Zurück aus England – aber darüber morgen mehr. Akut beschäftigt mich mehr die Frage, wie ich einen Kühlakku optimal über meiner rechten Backe positionieren kann, ohne ihn selbst halten zu müssen. Im Moment habe ich da so eine hübsche (aber funktionale) Tuch-Tuch-Konstruktion um meinen Kopf rum.
Ich gehöre ja zu den eher schlimmeren Fällen von Zahnarztphobikerinnen, aber zwei Gründe haben mich vor nun schon einigen Wochen doch veranlasst, nach viel zu langer Zeit mal wieder zum Zahnarzt zu gehen: zum einen mein noch immer anhaltender Aufräumtrip, zum anderen das gute Gefühl, den besten Zahnarzt der Welt gefunden zu haben. Ehrlich, ich war seit Anfang März nun schon so oft da, und ich gehe richtig gerne hin! Was nur gut ist, denn wie gesagt, ich war schon oft da. Aufräumen.
Aber nun ist es fast vorbei: heute waren die beiden Weisheitszähne auf der rechten Seite fällig, demnächst die anderen beiden, dann ist es RUM! An dieser Stelle möchte ich allen, die genauso ungern zum Zahnarzt gehen wie ich, aber trotzdem Süßkram essen, die Gelegenheit geben zu sehen, wohin das führen kann. (Vorsicht Ekelfaktor!) Ich möchte da außerdem auf ein immer wieder gern erwähntes Buch hinweisen: Unsere Nahrung unser Schicksal von Dr. M. O. Bruker. Da gibt's auch ein paar ganz interessante Hintergründe zum Thema Karies und kaputte Zähne und wo das alles herkommt. Wenn man so drüber nachdenkt, kann es ja nicht "normal" sein, dass 95 % (oder vielleicht sind's auch nur 90 %, hab das Buch grad nicht zur Hand) aller Grundschulkinder Karies (heißt übrigens 'toothrot' auf englisch) haben. Klar kann das der Zahnarzt flicken. Aber wie haben das die Leute vor hundert Jahren gemacht? Vor zweihundert? Vor tausend Jahren? Es ist ganz logisch, dass Karies sehr stark, wenn nicht allein, von Essgewohnheiten abhängt – und ich verstehe eine Gesellschaft nicht, die Essgewohnheiten hat, die ihre Zähne zerstören. Das ist es was ich meine, wenn ich sage, dass die meisten Leute nicht wissen, was Gesundheit überhaupt ist.
Hmmm da bin ich grad mal abgeschweift, schätze die Schmerztabletten wirken :-) jo ähm... das Schöne an der Sache ist, dass ich morgen und Mittwoch noch ein bisschen Zeit haben werde, um zum Beispiel über England zu schreiben. Muss man nutzen. Wenn Essen und Schlafen schon schwieriger sind als sonst.
Ein Tag in London
Da war ich also sechs Tage in England, Großraum London, und dachte mir, ich frag vorher im Tarotforum, wo man denn in London nett esoterisch shoppen gehen kann. Nicht dass ich dringend ein neues Deck gebraucht hätte – aber ich hab mich dann auch mit Kaufen sehr zurückgehalten. Es war aber allein schon ein Erlebnis, die Unterschiede in der Auswahl und in den Läden im Vergleich zu hierzulande zu sehen.
Wir, d.h. ich und Er und Kind (letzteres hat die Schrittgeschwindigkeit natürlich drastisch reduziert, weil sie entweder selber laufen oder getragen werden wollte), sind dann also gegen elf Uhr mittags an der Embankment Station ausgestiegen und hatten erstmal Hunger. Praktischerweise befand sich gleich an der nächsten Ecke eine Futterstation namens Wasabi, Sushi & Bento, wozu ich mich schnell breitschlagen ließ. Setzten uns also mit Teriyaki, Yakisoba und etwas Sushi (das gab's später, es war reichlich) in den Park gleich gegenüber, die Sonne kam raus (und blieb!), und das Essen war gut, wenn ich auch geschälten Reis nicht besonders mag. Nervig waren die "Stäbchen", die an kleine Baumstämme erinnerten – wenn ich mein Taschenmesser dabeigehabt hätte, hätte ich sie mir zurechtgeschnitzt. Lara hatte meine Plastikgabel geklaut, ließ sich aber trotzdem mit den Dingern von mir füttern.
Dann trödelten wir über Charing Cross Station Richtung Trafalgar Square, kauften im Waterstone's ein Minikit vom Tarot Nova für mich und Room on the Broom für Lara. Suchten anschließend eine Weile nach Watkins, weil ich mir die Adresse nicht extra aufgeschrieben hatte; der Laden fand sich dann aber in Cecil Court und war – hm, ein Erlebnis. KartenlegerInnen im Schaufenster, ein großes Regal voller Decks und sehr atmosphärisch. War aber nichts dabei, was ich unbedingt hätte haben müssen.
Dann war's eigentlich schon viel zu spät, aber das hätt mich ja noch nie aufgehalten ;-) also sind wir noch nach Covent Garden geschlappt. Ich liebe Covent Garden. Wundersamerweise fand sich dort eine weitere Futterstation namens "Just Falafs – good mood food", die oberleckere Falafelvarianten mit Zutaten aus biologischem Anbau machen. Meine Empfehlung.
Und zuallerletzt zerrten wir Lara mit Müh und Not von dem superkitschigen Pferdekarussell weg und latschten noch an der U-Bahn-Station vorbei in die Neal Street. Das war eine gute Idee, denn die ganze Straße hat mir total gefallen – wenn ich das nächste Mal in der Gegend bin, werd ich gleich hingehen und etwas mehr Zeit mitbringen. Da gibt's eine Filiale von diesem reformhausähnlichen Körnerfutterladen (hab leider den Namen vergessen), einen Natural Footwear Shop, irgendwelche Läden, die einfach nett aussehen, und den kleinen aber feinen Equinox, the Astrology Shop, mit einer guten Auswahl an Tarotdecks, einer sehr netten Verkäuferin und einer eher scheußlichen Website. Da hab ich dann mein langersehntes Fey Tarot gefunden und außerdem die genaue Adresse des eigentlich gesuchten Ladens, nämlich Mysteries, das war dann gleich um die Ecke. Auch ein sehr, sehr schöner, wohlriechender Stöberladen, aber bis dahin war's dann etwa halb acht und wirklich Zeit zu gehen. Nächstes Mal werde ich einen Tag lang nur um Covent Garden und Neal Street rumhängen. :-)