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Sinnkrise
Wie jetzt, anderthalb Monate nix geschrieben?? Dabei wüsst ich wie immer so einiges. Aber ich stecke zur Zeit in einer ausgesprochen tiefen, langen, breiten und hohen Sinnkrise. Das ist ja ab und zu normal, aber die hier gestaltet sich echt zäh.
Ich meine: was mache ich denn eigentlich hier?? Wozu tue ich mir dieses total verkopfte, verschulte Studium voller Abifrischlinge, die sich einfach weiter durchs System schleusen lassen, unnützem Grundlagenkram und genervt-gelangweilten Profs mit entsprechenden Vorlesungen an? Will ich wirklich so die nächsten sieben oder acht Jahre meines Lebens gestalten? Wenn nicht, was will ich dann? Vom Büroalltag und 38-Stunden-Wochen hab ich immer noch die Schnauze voll.
Tja, so hadere ich grad vor mich hin, mache halbherzig ein Herbarium, hangle mich durch Prüfungen, verbieg mich und Lara, um die Kurse nachmittags besuchen zu können, und dabei sehne ich mich gerade einfach nur nach einem kleinen, feinen Erdhäuschen für mich und meine sieben Kinder sowie alle Leute, die noch dabei sein wollen, mit einem bisschen Feldwaldwiese drumrum, wo wir in Permakultur genug Getreide und Gemüse anbauen können, um uns zu ernähren. Mit einer Hängematte für draußen, kuschligen Fellen zum Schlafen, offenem Feuer zum Kochen und einem Steinofen fürs Brot, Kräuterbündeln überall an der Decke und sehr viel Zeit zum NICHTSTUN. Ach, wär's doch nur schon so weit...
(Übrigens: dieses Buch ist schuld. Auch.)