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Oddballs
Da war doch noch was, was ich seit England schon schreiben wollte, fiel mir auf der Hochzeit auf. Ich habe vor geraumer Zeit schonmal was zum Thema Aussehen geschrieben, und die, die mich kennen, dürften wissen, dass ich mit Outfit, Make-Up, Klamotten und Spiegeln ziemlich hadere. Der Punkt ist: es ist mir einfach egal, ob der Pulli nun ein kleines Loch hat, und ich habe meistens schlicht keine Lust, mir Gedanken über Frisur, Schuhe (Auswahl: zwei Paar), erste Eindrücke und Wirkung nach außen zu machen. Es interessiert mich nicht, fertig aus.
Entsprechend hat das zur Folge, dass ich wenig Übung habe mit Outfits, und selbst wenn ich zwei Stunden im Bad verbringe und mich wirklich bemühe, ist das Ergebnis zumeist doch irgendwie, naja... nicht umwerfend. Dessen bin ich mir voll bewusst, und es ist ein weiterer Grund, wieso ich es als Zeitverschwendung betrachte, mich "schön zu machen". Aber: für die Hochzeit hab ich das gemacht. Trotzdem. Zwei Stunden im Bad. Kleid. Interessante Frisur, die allerdings unter Zeitdruck und mangels Übung bisschen wurschtelig wurde. Keine Schuhe, weil meine zwei Paar beide nicht gepasst haben (und an den Sandalen ist der Klettverschluss kaputt, der nervt). Na, macht euch ein Bild. :-)
Ich ging also auf die Feier mit dem gewissen oddball-Faktor, der mir nunmal anzuhaften scheint, aber – man konnte sehen, dass ich mich bemüht hatte. Und das war, wie mir im Lauf des Abends klar wurde, ganz entscheidend: es ist vollkommen verzeihlich, wenn jemand keinen Sinn für Outfit hat und trotz deutlicher Bemühungen als wandelnder Stilbruch daherkommt. Es ist etwas ganz Anderes, wenn es jemand von vornherein gar nicht erst versucht und in Straßenkleidung daherkommt. Ersteres ist bedauerlich, letzteres ist rücksichtslos bis unverschämt. (Tendenziell.) Das finde ich einen ganz interessanten neuen Blickwinkel... mal schauen, was ich auf der nächsten Familienfeier anziehe ;-)
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