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Religion
Ich möchte keiner Religion angehören, in deren Zentrum eine Lehre steht, die Mitglieder rekrutiert, die einen Chef hat, der mehr oder weniger verbindlich sagt wo's langgeht, die Sex nicht gutheißt, oder in der Frauen keinen angemessenen Platz haben. Selbstverständlich auch nicht einer, in der irgendwer keinen angemessenen Platz hat – also auch Männer, Kinder, alte Leute, Behinderte, Homosexuelle, Fremde, Andersaussehende, Andersdenkende, Andersgläubige. Und auch Tiere, vom Säugetier bis zum Wirbellosen, und im weiteren Sinne dann auch Pflanzen, Bazillen und Mikroben aller Arten, sowie auch Sterne und Planeten in ihrer Ganzheit. Ich möchte hier nicht diesen "angemessenen Platz" definieren müssen... wer mich verstehen will, versteht mich schon.
Das heißt nun aber nicht, daß es mich in irgendeiner Weise stört, wenn jemand überzeugter Christ, Jude, Moslem oder Atheist ist. Mich verbindet sicher viel mehr (bzw. Entscheidenderes) mit einer Christin, die sich bewußt für ihren Glauben entschieden hat, weil das Christentum ihrem Wesen entspricht, ihr Weltbild abrundet und ihr Zuversicht gibt, als mit einer Fluffy-Bunny-Wicca, die alles und jedem "Licht und Liebe und ein zauberhaftes Imbolc" wünscht. (Nichts gegen gute Wünsche, versteht sich.)] Denn obwohl die Christin ein anderes Weltbild hat, haben wir doch den Glauben als Gefühl, als Sicherheit gemeinsam. Wie man das nennt und lebt, ist nur eine Facette der Oberfläche, und davon muß es mehrere geben. Viele.
Ganz grundsätzlich ist es mir schnuppe, wie jemand seine persönliche Religionsform nennt. Entscheidend ist letzten Endes, was dabei rauskommt, sprich wie die daraus resultierenden Handlungen des Menschen sind. Und das kommt viel mehr auf den Menschen an als auf die Religion – deswegen sage ich, daß es egal ist.
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