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Schnulliiieeeeh
Lara hat am Freitag vor zwei Wochen auf dem Spielplatz einen einsamen Schnulli mit Klipskette gefunden und für sich beschlagnahmt. Das nehme ich zum Anlass, was zu schreiben, was mir schon lange auf der Leber herumspaziert.
Die Kurzfassung lautet: Ich mag Schnullis nicht. Wann immer ich ein mit solch einem Plastiknöbbel verstöpseltes Kind, egal wie alt, sehe, steigt in mir ein deutliches Gefühl der Abneigung auf. Ich fühle mich versucht, dem Kindermund den Schnulli zu entreißen, auf dass die Kommunikationsblockade zwischen uns aufgehoben sei. Denn nichts anderes ist so ein Ding: es dient doch primär dazu, den Kindermund am Plärren/Quasseln/sonstwie lautstark sein zu hindern. Und das finde ich, bei allem Verständnis für die Vorteile, nicht richtig.
An dem Punkt braucht man sich wirklich nichts vorzumachen: der Schnulli ist für die Eltern, nicht fürs Kind. Mich hat's gegruselt, wo ich in einem Ratgeberbuch (über das ich schon lange was schreiben will, ich weiß nur noch nicht wo und wie) gelesen habe, ein Baby hätte ein Nuckelbedürfnis von 16 Stunden am Tag. Wie kommen die auf sowas? Wenn überhaupt, dann hat ein Baby ein Schlafbedürfnis von 16 Stunden am Tag. Ansonsten fällt mir gerade bei Pele ganz stark auf, dass sie meine Brust nur nimmt, wenn sie einigermaßen hungrig ist. Wenn sie vor Müdigkeit brüllt, machen derlei Angebote das Geschrei nur deutlich schlimmer. Natürlich ist sie mittlerweile auch in einer Phase, wo einfach alles, alles in den Mund wandert – aber das ist doch kein Nuckelbedürfnis! Meine beiden Kinder haben zu keiner Zeit bei mir den Eindruck erweckt, sie seien unglücklich, weil sie nicht an einem Plastiknöbbel saugen dürfen. Und meine beiden Kinder sind ausgesprochene Plappermäuler. Und, ja, auch Schreihälse, wenn's drauf ankommt. Aber ist es eine gute Idee, ihnen abzugewöhnen, von ihren anfangs eben noch beschränkten Ausdrucksmöglichkeiten Gebrauch zu machen? Ich glaube nicht. Ist das gleiche Paradoxon wie mit den Windeln: Zuerst gewöhnt man ihnen was ab, und dann nach ein paar Jahren trainiert man's mühsam wieder an. Also ne.
Ach ja: Entsprechend ging mir dieser Schnulli in den letzten zwei Wochen also mächtig auf den Geist. Aber es ist wie mit allem anderen neuen Spielzeug: kurze Zeit war's spannend, jetzt hat sie ihn irgendwo liegenlassen, und nun beschäftigt sie sich halt mit was Anderem. Uff.
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