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eine Frage des Blickwinkels

Am Freitag war ich bei Ikea. Da sträubt sich natürlich einiges in mir, aber manchmal geht Praktikabilität vor Ideologie. Jedenfalls habe ich mir da einen geräumigen, hohen Schrank gekauft, der auf den schönen Namen Pax hört. Und da der deutlich zu groß und zu schwer ist, um von mir alleine aufgebaut werden zu können, traf es sich gut, dass S. zur Hand war.

Wir schraubten also munter ein paar Dinge an das erste Seitenteil, die definierten, wo oben und unten sein würde und somit auch, ob es das linke oder das rechte Seitenteil war. Beim zweiten Seitenteil waren wir dann prompt verschiedener Ansicht diesbezüglich – S. hatte die Anleitung und vorher gesagt, das erste sei das rechte Seitenteil, also musste das zweite das linke sein. Folgerichtig musste ich das hinschrauben, was er gerade hinschrauben wollte. Ich war mir, natürlich, hundertprozentig sicher, und er sich natürlich ebenfalls, allerdings war er dann verwirrt, als er mir die Anleitung hinhielt, und so machten wir's so wie ich es für richtig hielt. Und – ganz klar – es war prompt falsch, und wir hatten plötzlich zwei gleich statt spiegelbildlich geschraubte Seitenteile. %-)

Woraufhin ich verwirrt feststellte, dass das erste Seitenteil meiner Ansicht nach ja auch gar nicht das rechte, sondern das linke gewesen wäre. Aber S. blieb dabei, dass er das schon alles richtig im Kopf gehabt hatte. Und schließlich musste ich so lachen, weil die ganzen Fragezeichen auf einem geradezu klassischen Kommunikationsproblem beruhten: Wenn S. einen Schrank aufbaut, steht er geistig davor, wie beim Anziehen. Wenn ich einen Schrank aufbaue, betrachte ich ihn, als wäre ich der Schrank, sprich als stünde ich innen drin. Und dann sind links und rechts natürlich vertauscht...

Und für uns beide war unsere eigene Sichtweise jeweils völlig selbstverständlich. ;-)

Zwischenmenschliches | Tag für Tag für Tag          Kommentare (0)          4. September 2007

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