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unruhig wandern

Manchmal werd ich ganz komisch. Einsilbig, innerlich sehr unruhig (äußerlich dann irgendwann auch), sozial inkompatibel, Arme verschränkt und mit einem Kopf voller ZEUG. Dann will ich alleine sein mit mir und dem Kram, will raus aus dem Haus und, wie Rilke es schön formuliert hatte, unruhig wandern, wenn die Blätter treiben.

Und so ist es halt. So bin ich halt, immer wieder mal. Ich find's nicht schlimm – ich würd's nur mit großer Vorsicht "schlechte Laune" nennen. Ich glaube, es ist eine durchaus notwendige Laune. Was ich viel schlimmer finde, ist dass ich nicht einfach dem Impuls folgen kann und raus aus dem Haus, stundenlang herumlaufen, mich dann einen Tag im Zimmer vergraben mit komischer Musik und irgendwann wieder auftauchen. Das geht nicht so einfach wegen Lara und Pele.

Wo steckt jetzt der Fehler? Tauge ich nicht zur Mutter deswegen? Muss ich diese Macke von mir, wenn es denn eine ist, ausklammern, ignorieren, unter den Teppich kehren? Seufz.

Wer teilt meine Kinder mit mir?

Körper, Geist & Seele          Kommentare (0)          10. September 2009

Lektion im Loslassen

Seit zehn Jahren besitze ich eine kleine irische Harfe (34 Saiten). Die stand mal im SperrMüll... und allein die Vorstellung von dieser Harfe brachte mich dazu, eine für meine damaligen Verhältnisse große Menge Geld aufzutreiben und sie schwuppdiwupp zu kaufen.

Ich habe das nie bereut, ich liebe diese Harfe. Aber: seitdem steht sie bei mir fast nur rum. Alle paar Jahre stimme ich sie mal und zupfe ein bisschen, und es ist nicht von der Hand zu weisen, dass sie in meinen Tagträumen mindestens zehnmal so oft vorkommt wie in meinem tatsächlichen, alltäglichen Leben. Wie schade ist das!

Und jetzt, nach zehn Jahren – lasse ich sie los. (Ihr könnt's euch denken, Karina ist schuld...) Und genauso die griechische Panflöte mit 22 Pfeifen, die ich seit bestimmt fünfzehn Jahren habe und noch weniger spiele. Und auch, seufz, das vielleicht schönste Instrument in meiner Sammlung, die Sopranblockflöte aus Palisander (!), die so wunderwunderschön klingt und bei mir seit geschlagenen zwanzig Jahren ihr Dasein als Umzugsballast fristet. Ich gebe euch her! Ihr seid frei! Und findet hoffentlich auf dieser Welt jemanden, der oder die euch genauso liebt wie ich und konsequenterweise viel, viel mehr auf euch spielt.

Meine neueste Erkenntnis: Wenn ich mich lösen kann (endlich, endlich lösen kann) von dem, was sein könnte (oder, wie ich gerade merke, im Fall einer alten Beziehung) von dem, was hätte sein können – dann ist auf einmal Platz für das, was sein kann. Und es ist erstaunlich, was alles sein kann.

Oh, ich freu mich schon, endlich einen eigenen Bassverstärker zu haben :-D

(Ähm, mailt mir, wenn ihr eins von den Instrumenten haben wollen solltet.)

Zwischenmenschliches | Körper, Geist & Seele          Kommentare (0)          17. September 2009

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