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Übergang

Alles, alles wird anders. So viele Dinge befinden sich irgendwie in der Schwebe, dass ich schon lange aufgehört habe zu zählen, und sogar mein eisenharter Das-wird-schon-alles-werden-Optimismus geht langsam aber sicher in die Knie. Oder anders, viel kürzer formuliert: ich bin grade echt fertig mit der Welt.

Richtig schlimm ist es ja zur Zeit mit meinem Raum-Zeit-Kausalitäts-Kontinuum. Das hat noch nie so richtig gestimmt, aber zur Zeit kann ich's echt in die Tonne treten. Ich bitte Mam, Lara abzuholen, und dabei hat keine von uns beiden einen Autositz; ich habe beim provisorischen Packen an überhaupt gar nichts gedacht, woraus man trinken könnte; ich hab mich heute zwei Stunden mit der Zirkusvorstellung vertan (17 Uhr kamen wir, 15 Uhr war Beginn...); undsoweiter undsoweiter. Ich taste schon ständig in halber Panik nach Schlüssel und Tasche, denn wenn mir die abhanden kämen, dann wär's echt rum. Fühlt sich nicht gut an.

Oder noch ein ziemliches Alarmsignal: ich hab gestern bis halb drei programmiert, war nicht müde, als ich dann ins Bett ging, und hab auch noch lange nicht einschlafen können. Trotzdem sind wir um halb acht aufgestanden, und ich bin jetzt um halb eins immer noch kaum müde. Das kann schon auch das Notreserven-jetzt-erst-recht-Programm sein, aber es macht mir doch Gedanken.

Jedenfalls kämpfe ich gerade mit mir und der Welt. Bei all dem fasziniert es mich aber doch, wie Lara mir hier ganz von selbst vorauseilt. Ein Beispiel, das mich gestern wirklich verblüfft hat: Normalerweise schläft sie bei mir IMMER nuckelnd ein. Immer. Mittags wie abends. Im letzten Monat bei den Wuschels hat sie sich standhaft geweigert, sich dort mittags zum Schlafen hinzulegen (vorher war's ja nur halbtags). Da hätt ich sie dran gewöhnen müssen, ist klar. Seit heute geht sie in die neue KiTa, und da wird mittags natürlich auch geschlafen – da wagen wir uns an die Eingewöhnung aber erst nächste Woche. Das betrifft sie also noch gar nicht direkt, es macht nur mir ein paar zusätzliche Bauchschmerzen. Aber was war gestern abend? Nur ein bisschen Nucki, und dann ist sie eingeschlafen, während ich ihr Lieder vorgesungen habe. War ihre Idee, nicht meine. Und heute dachte ich, jetzt wär der ganze noch sehr zarte Schlafrhythmus schon wieder beim Teufel, weil sie mittags ziemlich lange geschlafen hatte (bis nach vier), und was ist? Kurz nach acht sagt mein Kind, "bin schon müde, ins Bett gehen!"... Es hat dann zwar noch zwei ganze Stunden gedauert, aber sie ist wieder ohne Nucki mit Singen eingeschlafen. So wie das auch in der KiTa wäre. Ich bin wirklich total platt.

Kinder | Körper, Geist & Seele | Tag für Tag für Tag          Kommentare (0)          10. Oktober 2006

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