Gedichte

Prinzessin im Land des blauen Mondes

Er beugt' sich zärtlich über sie
Die er zu küssen meinte.
Er schaut' sie an, und sah –

Sah ihre Augen tränennass
Und sah ihr langes Silberhaar
Sah ihre Wänglein wunderbar
Sah auf der Stirn den Mond so klar
Sah ihre Augen tränennass.

Er sah die Lippen rosenrot
Sah ihr Gesicht so bleich – so tot...
Er sah die Augen tränennass
Er sah sie an
Und weinte.

Klein

Ich hab auf den Weg nicht geachtet
Und habe dich nicht gesehen
Weil ich sehr groß war
Und du sehr klein.

Unter meinesgleichen nennen sie mich klein
Möcht ich drum
Zertreten werden?

Flieg kleine Schnecke, gen Himmel
Vielleicht bist du größer als ich
Und kannst mir verzeihen.

Frühlingsanfang

Zwischen Sonne und Wind
Auf einen Hügel steigen
Und dann einfach wie ein Kind
Oben liegenbleiben

Altes Gras und leere Bäume
Schöne neue Purzelträume
Rabenvögel auf den Wiesen
Nasse Füße müssen niesen
Rabenvögel rufen weit
Und ich spüre: Frühlingszeit.