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Über den Computer

Der Computer ist Mittel zum Zweck nicht anders als Stift und Papier, Küchenmixer oder Auto. Anders als etwa der Küchenmixer ist er sehr vielseitig einsetzbar, aber das bedeutet noch lange nicht, daß man etwas mit dem Computer machen muß, nur weil man es machen kann. Wenn man feststellt, daß die Arbeit an einer Sache von der Verwendung des Computers eher behindert als erleichtert wird, dann nimmt man besser wieder Zettel und Stift. Oder den Küchenmixer.

Der Computer ist dumm. Im Gegensatz zum Menschen, sogar im Vergleich zur Ameise, ist er in der Vielfalt seiner Fähigkeiten sehr, sehr beschränkt. Er versteht eigentlich nur eines: den Unterschied zwischen Strom an und Strom aus. Ja oder nein. Ein "Vielleicht" würde eine verständnislose Fehlermeldung zur Folge haben. Strom ein bißchen an? Oder wie?

So wenig das eigentlich ist, dieses eine bringt der Computer zur Perfektion, bei weitem besser, als es ein Mensch je könnte. Wie lange brauchen Sie durchschnittlich, um eine Frage, zu deren Beantwortung Sie alle nötigen Informationen besitzen, mit einem einfachen Ja oder Nein zu beantworten? Länger als eine halbe Sekunde? Das könnte einem Computer nicht passieren. Hat dieses Bit Strom? Ja. Hat das nächste Bit auch Strom? Nein. Hat das übernächste Bit Strom? Ja. Undsoweiter. Mehr macht er nicht. Daß sich diese prinzipiell simple, ja banale Fähigkeit so vielfältig, komplex und nützlich einsetzen läßt, ist menschlichem Einfallsreichtum und Vorstellungsvermögen zu verdanken.

Dieses hat aber zur Folge, daß schon die allerkleinsten Ungenauigkeiten den Computer vollständig aus der Bahn werfen. Klickt man nur einen Pixel daneben, schließt sich das Fenster eben nicht, obwohl jeder Mensch sicherlich verstanden hätte, was beabsichtigt war. Vergißt man den abschließenden Strichpunkt, kann der Computer den Befehl eben nicht ausführen, weil er kein erkennbares Ende hat. Der Computer braucht zu einem Befehl aber einen klar definierten Anfang und ein klar definiertes Ende, ebenso eine detaillierte Anweisung, was zu tun ist, sowie den genauen Geltungsbereich. Alles andere produziert hilflose Fehlermeldungen. Was uns so selbstverständlich ist – nämlich eigenständiges Denken –, kann der Computer nicht. Überhaupt nicht. Deswegen muß man ihm immer bis ins kleinste Detail sagen, was man von ihm will, in einer Sprache, die er versteht.

Daher läßt sich folgende Regel aufstellen: Für Aufgaben, die aus der Verarbeitung einer gegebenen Menge an Informationen (gleich wie viel) auf klar definierte Weise (gleich wie komplex) bestehen, ist ein Computer das Mittel der Wahl. Für alles, was Reflektion erfordert, selbständiges Nachdenken, egal wie wenig und wie einfach, ist ein Computer völlig ungeeignet.

Und jetzt? Jetzt müssen Sie nur noch wissen, was Sie wollen.

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