Gedanken

WoW als Mittel zur Selbsterkenntnis

Ja, das meine vollkommen ernst. Klar kann ich auch einfach nur zur Entspannung ein bisschen vor mich hinzocken, und öfter mal tue ich das. Aber ausschließlich kann ich das nicht – da könnte ich ja gleich fernsehen, was ich hasse.

Nein... World of Warcraft stellt mich tatsächlich vor größere Herausforderungen, auf eine ganz neue Weise. Allen voran steht die Herausforderung, mich dafür zu entscheiden, mich den Herausforderungen zu stellen... Denn ich KANN ja nur ein bisschen nebenher vor mich hin spielen. Bisschen kochen, bisschen angeln, bisschen Blümchen pflücken in ungefährlichen Gegenden. Und mich nur an Monster wagen, die so grad noch grün sind, sprich deutlich unter meinem Level.

Das kann ich so machen, das ist eine valide Spielweise. Aber was mich ja so sehr fasziniert an WoW, ist, wie deutlich es mir meine Verhaltensweisen vor Augen führt. Ja, im Moment spiele ich nur ganz ganz selten an meinem persönlichen Fähigkeitslimit. Das ist überhaupt nicht zu übersehen, das schreit mich an, wann immer ich in meine Questlogs gucke oder mir überlege, was ich als nächstes machen möchte. Es ist mir vollkommen bewusst, und dadurch wird mir immer mehr bewusst, dass ich es in meinem sehr viel komplexeren Alltagsleben ganz genauso halte.

Noch mal, ganz kurz und knackig: Ich drücke mich um die großen Herausforderungen. Die, die viel Arbeit an meinen Schwachstellen erfordern. Und damit die, die in der Lage wären, mich wachsen zu lassen.

Uff...

Und ich bestehe darauf: WoW ist für mich persönlich ein geradezu magisches Mittel zur Selbsterkenntnis. Weil ich es nicht einfach nur spielen kann, ohne mich selbst dabei zu beobachten, und weil es ein stark vereinfachtes Abbild meines restlichen Lebens bietet. Die Muster sind die gleichen, aber sie sind viel leichter zu erkennen. Das ist teilweise ganz schön hart, was da so zutage kommt.

Was aber auch wunderbar daran ist: Ich kann die ganz großen Herausforderungen in WoW ja quasi gefahrlos annehmen. Dann sterb ich halt, zur Not auch fünfmal hintereinander. Das ist natürlich frustrierend, aber ist es schlimm, oder gar tragisch? Nein. Höchstwahrscheinlich würde ich jedes Mal etwas dazulernen, bis ich nach dem fünften Mal in der Lage wäre, am Leben zu bleiben und die Aufgabe abzuschließen. Ich würde eine bessere Spielerin werden, anstatt einfach nur Charaktere hochzuleveln. Und ich würde Vertrauen fassen in meine Fähigkeiten, erkennen, wozu ich tatsächlich in der Lage bin, wenn ich es hartnäckig genug versuche. Das ist wiederum eine Erkenntnis, die sich wunderbar aus dem Spiel ins "reale" Leben mitnehmen lässt.

Weswegen ich beschlossen habe, mich nun mit meiner Level 22-Schamanin auf den Weg von Undercity nach Tarren Mill zu machen. Eine nüchterne Einschätzung sagt mir, dass das absolut machbar ist, wenn's dumm läuft, vielleicht mit zweimal Sterben zwischendrin. Aber vielleicht sogar ohne, wenn ich mich ein bisschen anstrenge. Wieso ich da zucke, ist einfach – ich hab's schonmal probiert, bin unterwegs gestorben, und habe aufgegeben, als mir Viecher vier Level über mir begegneten. Aber: da war ich noch Level 19, glaube ich. Ich versuche es, mit allen Tricks. Wovon Schamanen ja nun wirklich reichlich haben.

Körper, Geist & Seele          Kommentare (0)          11. März 2010

Schreikrampf: vier Jahre danach

Fast vier Jahre ist es her, dass Lara diese nächtlichen Schreikrämpfe hatte, die mir damals wirklich Sorgen machten. Ich weiß noch gut, wie das war, und ich habe neulich entdeckt, dass schon mehr als einmal jemand nach Schreikrämpfen gegoogelt hat und so auf meinem alten Blogeintrag gelandet ist. Deswegen will ich nun endlich einen Nachtrag schreiben, denn jetzt sind vier Jahre vergangen, und ich bin ein Kind klüger.

Nach Dublin und diesem Sommer hatte Lara das quasi nicht mehr. Oder ich würde eher sagen, dass sich die Schreikrämpfe weiterentwickelt haben: was dann kam, war, dass sie nachts aufwachte, aber eben auch wieder nicht richtig, unansprechbar blieb und vor sich hin schluchzte. Ich habe dann recht schnell (sie trug dann nämlich keine Windeln mehr) herausgefunden, dass sie da dringend aufs Klo musste. Und mit Peles Windelersatzkommunikation habe ich gelernt, dass Kinder aufwachen, wenn sie pinkeln müssen – wenn auch unter Umständen nur halb. Im Tiefschlaf, soviel ist sicher und physiologisch geklärt, pinkelt kein Mensch. Auch kein Baby.

Ich habe sie dann einfach schluchzend aufs Klo getragen und anschließend schluchzend wieder zurück, was sie widerstandslos mit sich machen ließ, und danach ist sie immer sofort ins Bett gekrabbelt – schluchzend – und innerhalb weniger Sekunden wieder eingeschlafen. Am nächsten Morgen wusste sie nichts mehr davon.

Was ich nicht so ganz erklären kann, ist, warum sie so in diesem halbwachen Zwischenzustand "hängenblieb" und nicht richtig wach wurde. Ich habe das letztes Jahr im Sommer nochmal ganz krass erlebt, wo sie ja immerhin schon fünf Jahre alt und ein riesengroßes Kind war: da gab es auch wieder einige Nächte, wo sie plötzlich herzzereißend schluchzend im Bett saß, vor und zurück wippte, und absolut nicht ansprechbar war. Hab sie dann wieder aufs Klo getragen, selbe Geschichte wie vormals, sofort wieder eingeschlafen. Und jetzt im Rückblick würde ich sagen, dass all diese Vorfälle in eine Zeit fielen, die für Lara schwierig war. Da brauche ich nur mal meine sonstigen Blogeinträge vom Sommer 2006 lesen: totale Umbruchphase. Und letztes Jahr im Sommer war Peles Papa für fünf Wochen bei uns, was hieß, dass Lara nicht mehr nach Belieben neben mir schlafen konnte. Solche Sachen.

Zusammengefasst: Es war im Rückblick nichts Schlimmes, aber ich glaube, es hätte garstig werden können, wenn die Situation nicht jeweils besser geworden wäre für Lara. Aber das ist natürlich nur Spekulation von mir. Trotzdem, wenn das hier mal verzweifelte Eltern lesen sollten: Kopf hoch!

Kinder | Körper, Geist & Seele          Kommentare (0)          8. Februar 2010

Netzhexe!

Ich hab's ja schonmal kurz erwähnt: Ich habe mein Studium an den Nagel gehängt und bin nun freiberufliche Webdesignerin. Das ist, kurz gesagt, absolut fantastisch und macht mir riesigen Spaß, hält mich aber natürlich auch ordentlich auf Trab. (Ein Frauenarzt hat vor Jahren zu mir gesagt, ich bräuchte das.)

Jedenfalls hab ich es zwischen all den neuen Projekten nun endlich geschafft, meine eigene geschäftliche Internetseite online zu stellen! Tadaa, wir präsentieren Ihnen: www.netzhexe.de. Das ist, oder beinhaltet, auch ein Blog, das allerdings regelmäßig mit neuem Inhalt versorgt wird. Bitte jetzt nicht lachen! ;-)

Damit wird nun meine bisherige Webseitenliste bei den Projekten hier redundant und somit gestrichen. In Zukunft dürft ihr bei meinen Referenzen gucken.

Arbeit, Zeit & Geld | Tag für Tag für Tag          Kommentare (0)          28. Januar 2010

oh, WoW – oh weh, oh weh

Ja, man muss sich fürs Bloggen Zeit nehmen, wie für so vieles. Ich weiß das gut. Wider besseren Wissens, könnte man also sagen, habe ich mir einen neuen und (wenn man ihn lässt) richtig dicken Zeitfresser angeschafft: nämlich das hinreichend bekannte Massively Multiplayer Online Role-Playing Game World of Warcraft.

Ich hatte mich geraume Zeit dagegen gesträubt, aber S. hat mich trickreich angefixt, und als sich dann herausstellte, dass sich das Spielchen doch recht gut und schnell auf meinem Linuxrechner zum Laufen bringen ließ, hatte ich verloren. Seufz. Da sitze ich nun mit meinen zwei putzigen kleinen Charaktere, einen zum Alleinespielen und einen zur Beziehungspflege mit Obengenanntem (ist das nicht eine wundervolle Ausrede für stundenlanges Zocken?)...

Aber: Ich habe mir Regeln gemacht, und ich halte mich dran. Vormittags zum Beispiel ARBEITE ich. Egal was kommt. Vormittags wird nicht gespielt, punktum. Selten habe ich so mit meinem inneren Schweinehund kämpfen müssen (und wollen!) wie jetzt mit diesem zeitfressenden, suchterzeugenden WoW, und ich stelle fest, dass mir das guttut. Und es gibt tatsächlich noch ein paar andere Dinge, die ich vom Zocken lernen kann; allerdings erfordern die aufgrund ihres Erläuterungsbedarfs eigene Blogeinträge, beizeiten. Versprochen, ich schreib jetzt wieder öfter was.

Körper, Geist & Seele | Tag für Tag für Tag          Kommentare (0)          19. Januar 2010

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