Ohren zum Zuhören

LİLİTH: Lorî lorî

Das ist das erste Lied von der CD Göğün yarısı – Hälfte des Himmels von der mittlerweile in Berlin ansässigen Band LİLİTH, die mir im Feencamp so zulief. Schon allein aufgrund des Bandnamens musste ich sie natürlich anhören, und empfohlen wurde sie mir auch. Da saß ich also, Stöpsel in den Ohren, und schlug das CD-Booklet auf, da ich leider so gut wie kein Türkisch kann und das Lied sowieso kurdisch ist. Göttin, was habe ich geweint! Sturzbäche. Ich riß mir mitten im Lied die Stöpsel aus den Ohren und ging raus, um mir die Augen auszuheulen. Allerdings nicht ohne die CD vorher zu kaufen, was ich noch keinen Moment bereut habe.

Em koçeren rêya dur in
Birîndarin, birîn kur in
Tî û birçî li van çolan
Pîr û kalin jin û hur in

Lorî lorî lorîkamin
Sebr û arama jînamin
Tu diherî li ber cavé min
Çare nayé jî destê min

Wekî dévan çav sor kirin
Bi napalim erîşkirin
Bihar tarî û reşkirin
Cané şerin li hev parkirin

Kurém cané şerîn biha
Erzan diçe îroj wiha
Ev mirina bi vî rengî
Gelek tale zor û zuha

Wir sind Flüchtlinge auf einem langen, weiten Weg.
Verletzt sind wir, tief sind unsere Wunden.
In jenen wüsten Gegenden sind wir,
Alte, Frauen und Kinder, hungrig und durstig.

Schlaf, mein Kind, Friede meines Lebens.
Du stirbst in meinen Armen, und ich kann dich nicht halten.
 
 

Sie waren wie Riesen mit blutunterlaufenen Augen.
Mit Napalm griffen sie uns an.
Unseren Frühling verwandelten sie in Dunkelheit.
Unsere Leben teilten sie unter sich auf.

Mein Sohn, mein süßer Sohn –
Ein kostbares Leben ist in solchen Zeiten nichts wert.
Wie schmerzhaft und schwer ist solch ein Tod.

Von mir

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