Seit geraumer Zeit essen wir nur noch selbstgebackenes Brot, und das in rauhen Mengen. Wir haben mit Hefebrot angefangen und irgendwann den Sauerteig entdeckt. Die Homepage von Hannes Birnbacher war ein guter Anfang, das Rezept hat sich dann schnell unserem Tagesablauf und unserer Brotmenge angepasst und sieht jetzt so aus:
- 1 Löffel Weizen und 2 Löffel Roggen mahlen und mit Wasser und dem Sauerteigansatz (ca. 3 Löffel voll) verrühren
- (wenn man noch keinen Ansatz hat: ½ Löffel Weizen und 1 Löffel Roggen mahlen und mit etwas Wasser zu Brei rühren, nach 12 Stunden verdoppeln)
- nach ca. 12 Stunden 2 Löffel Weizen und 4 Löffel Roggen mahlen und mit Wasser dazurühren (also immer nach 12 h verdoppeln)
- dann nach 12 Stunden je knapp 400 g Weizen und Roggen durch die Mühle jagen (man kann auch bisschen Schrot reintun) und mit einem Teelöffel Brotgewürz und zwei Teelöffeln Salz sowie gut 500 ml Wasser (je nach Teigkonsistenz) und dem größten Teil vom Sauerteig verrühren
- ca. 3 Löffel übriglassen für einen neuen Ansatz und gleich füttern (wieder bei Punkt 1)
- Teig in eine Brotform füllen und je nach Umgebungswärme 6 bis 8 Stunden gehen lassen
- bei 200 Grad rund 1 Stunde backen, fertig!
Dieses Brot schmeckt absolut lecker (da gibt's viele bestätigende Aussagen), geht supereinfach, wenn man das mal in seinen Tagesablauf inkorporiert hat, und hält wirklich ewig. Schimmelt eigentlich auch nie, wird nur irgendwann hart und trocken, und sogar das dauert ganz schön lange, wenn man's in einem ordentlichen Brotkasten aufbewahrt.
Tipps:
- Sauerteig eher warm aufbewahren (wir stellen ihn oft auf einen Rechner, der meistens läuft)
- im Sommer verhält sich der Teig eben aus Wärmegründen extremer, d.h. er riecht eventuell stärker und wirft auch schonmal ganz dolle Blasen, das ist aber normal
- ein neu angesetzter Teig braucht einige Zeit, bis er sich richtig schön ausbalanciert hat, deswegen am Anfang mindestens alle drei Tage ein Brot backen, besser alle zwei
- je länger ein Teig gehalten wird, desto stabiler und leichter zu handhaben wird er
- ribbelige, faltige Hefeschichten auf dem Ansatz sind kein Grund zur Beunruhigung :-) überhaupt ist der häufigste Fehler, zu denken, der Teig sei schlecht. In den meisten Fällen gehört das wirklich so. ;-)
- Mehl frisch mahlen, dann kann eigentlich gar nichts schiefgehen mit dem Teig ("kippt" nicht und geht immer sehr schön mit Blasen und allem)
- wir nehmen ungemahlenes Brotgewürz und grobes Salz und lassen das einfach mit dem Korn durch die Mühle laufen
- und wenn ihr jetzt noch Fragen habt, stellt sie doch im Sauerteigforum!
Aus diesem sehr leckeren Brot, das wie schon gesagt kaum schlecht wird, ergibt sich ein ganz wunderbares Resteverwertungsrezept. Es ist nämlich viel zu schade zum Wegwerfen, aber wenn's schon einen neuen, frischgebackenen Laib gibt, dann bleibt der alte Kanten halt liegen! Daher haben wir irgendwannmal ein Knödelrezept von einem alten Geschirrtuch ausprobiert, abgewandelt und perfektioniert, und jetzt gibt's bei uns regelmäßig äußerst schmackhafte Karottenknödel.
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