Projekte
Zählkette
Im Feencamp fand ich es sehr schön, jeden Tag mit einer sitting practice anzufangen, und ich versuche seitdem, das nach Möglichkeit zuhause weiterzuführen Anne-Marie hatte dazu so eine buddhistische Zählkette verwendet, einfach eine Kette mit einzelnen Perlen, an denen man Atemzüge abzählen konnte. Auch das fand ich klasse und naja, natürlich geht's auch ohne aber es ist viiiieeeeeeeel hübscher mit. :)
Also kam ich nach Hause und erinnerte mich, dass ich doch sowieso schon lange was mit Waschnusskernen basteln wollte, die sind nämlich irgendwie total schick. Eigentlich hatte ich an eine Rassel oder so gedacht, weil die auch gut klingen, aber das kommt dann später mal. Außerdem fand sich dann so mittendrin ein Stein-mit-Loch-Anhänger, den ich vor ewigen Jahren schon geschenkt bekommen und nie getragen hatte. Solche Sachen verschenke ich mittlerweile aber entweder weiter, oder ich verwerte sie :-) Somit gab's pünktlich zu Lammas (02.08.06), wo eigentlich meine Robe hätte fertig werden sollen, eine sehr schöne Zählkette für mich.
Material und Werkzeug:
- ca. 70 Waschnusskerne, je nach gewünschter Länge der Kette
- zwei Knochenstücke mit Loch durch
- ein Stein-mit-Loch-Anhänger
- etwas Paketschnur aus Naturfasern (glänzt nicht)
- ein Akkuschrauber mit 2mm-Bohrer
- eine dünne Stricknadel
Die meiste Zeit ging fürs Nüsse knacken und Kern entfusseln drauf, schon allein deswegen, weil ich unbedingt möglichst schwarze Kerne wollte, aber meine erste Packung viele helle und fleckige Kerne hatte. Ich habe dann noch eine gekauft (wir werden viiiieeeel waschen in nächster Zeit...), deren Schalen schon wesentlich dunkler waren, da hatte ich bei fast jeder Nuss Glück. Dafür war allerdings mehr Fluffzeug zum Abkratzen drin. Das dauerte also schon ein paar Abende, wobei ich nie einen ganzen Abend drangesessen bin.
Das Kniffligste war es natürlich, in jeden einzelnen Kern ein Loch zu bohren. Hierzu braucht man unbedingt ein Bohrgerät, das man gut ausbalanciert und problemlos in einer Hand halten kann. Auch länger als zehn Minuten, sonst wird man nie fertig. In meinem Fall war das mein guter alter, kleiner, handlicher Akkuschrauber, den ich liebevoll meinen "Lady-Bohrer" nenne. Von der Drehzahl reicht der auch locker, lasch wie sie ist. ;-) Knifflig wird's spätestens nach dem ersten Kern, weil die nämlich wie alle Nüsse ölhaltig sind und man recht fix schmierige Finger bekommt. Andererseits werden die Kerne so automatisch hübsch glänzend, muss man halt gut zupacken.
Auffädeln war manchmal schwierig, weil die Schnur auffaserte, aber im Allgemeinen kein Problem, wenn das Loch nochmal mit der Stricknadel geputzt wurde und die Schnur mit den öligen Fingern zusammengedreht. Wo ich die Knochenstücke herhabe, weiß ich schon gar nicht mehr, aber ich denke, wenn der Knochen groß, d.h. dick, genug ist, lässt sich das Mark auch gut auskratzen. Jo, das war's auch schon, alles auffädeln, Knoten ran, fertig! Hab auch schon einmal mit gezählt – der Anhänger ist dafür nicht soooo geschickt, aber jetzt lass ich ihn mal dran. Ginge aber sicher auch ohne, die Kerne haben ein sehr angenehmes Gewicht und werden übrigens direkt am Körper getragen auch warm.
Ein Wort zur Warnung noch: Es ist natürlich gut möglich, dass die Nüsse irgendwann ranzig werden (wie das so ist mit Naturprodukten). Vielleicht wartet ihr mit eventuellen eigenen Projekten, bis ich darüber berichten kann... ;-)
2. August 2006

